Amazon einigt sich mit zwei Ex-AWS-Managern im Schmiergeldstreit
Amazon hat die Klage gegen zwei frühere AWS-Immobilienmanager wegen Schmiergeldern bei Rechenzentren beigelegt – kurz vor dem Prozess. Gegen Northstar geht es weiter.

Amazon hat seine Klage gegen zwei frühere Immobilienmanager von Amazon Web Services beigelegt. Carl Nelson und Casey Kirschner sollen bei Geschäften rund um Rechenzentren Schmiergelder (Kickbacks) kassiert haben. Amazon teilte dem Gericht die Einigung am 20. Oktober mit, weniger als zwei Wochen vor Prozessbeginn.
In einer gemeinsamen Erklärung räumen die beiden Männer ein, gegen den Verhaltenskodex von Amazon verstoßen zu haben. Sie bedauern ihr Handeln und entschuldigen sich dafür, Amazons hohen ethischen Standards nicht gerecht geworden zu sein. Die Zahlungen bezeichnet die Erklärung allerdings weder als Kickbacks noch als rechtswidrig. Alle weiteren Bedingungen, auch die Frage, ob Geld geflossen ist, bleiben vertraulich. Auch Rodney Atherton, ein Anwalt aus Colorado, der Firmen für die beiden gegründet hatte, einigte sich mit Amazon.
Ein Verfahren mit langer Vorgeschichte
Amazon hatte 2020 geklagt. Die Manager hätten bei Grundstücksgeschäften in Nord-Virginia Schmiergelder genommen und im Gegenzug Aufträge an bestimmte Entwickler gelenkt. Nelson wurde vom FBI untersucht, aber nie angeklagt. 2023 wies ein Bundesrichter den Großteil der Vorwürfe ab. Im September 2025 ließ ein Bundesberufungsgericht mehrere wieder zu, darunter Racketeering und Betrug, und verwies den Fall zurück zur Verhandlung.
Wie es weitergeht
Der Streit ist damit nicht beendet. Amazon verfolgt weiterhin Brian Watson und dessen Firma Northstar Commercial Partners aus Denver. Nach Amazons Darstellung gewann Northstar zwischen 2018 und 2020 neun Rechenzentrumsprojekte durch Schmiergeldzahlungen. Watson bestreitet das.
Der Prozess soll am 2. November vor einem Bundesgericht in Alexandria, Virginia, beginnen. Watson und Northstar haben beantragt, dass der Richter Amazon zur Herausgabe der Vergleichsvereinbarung verpflichtet.
Der Fall gibt seltene Einblicke, wie Immobilien- und Vergabeentscheidungen hinter dem Ausbau der Cloud-Infrastruktur vor Gericht überprüft werden. Der verbleibende Prozess wird zeigen, wie tragfähig Amazons Vorwürfe gegen die Entwicklerseite sind.
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