Volkswagen: 5,82 Milliarden Euro Verlust wegen Porsche und China
Volkswagen fährt im dritten Quartal einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro ein. Gründe sind die Porsche-Abschreibung, das schwache China-Geschäft und geringere E-Auto-Margen.

Volkswagen steuert auf das erste Verlustjahr seit dem Diesel-Skandal zu. Im dritten Quartal fiel unter dem Strich ein Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro an, teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Für die ersten neun Monate steht ein Ergebnis nach Steuern von minus 2,72 Milliarden Euro.
Ein großer Teil davon sind Buchverluste. Für 2026 rechnet VW mit Sonderkosten von rund 10 Milliarden Euro, 8,7 Milliarden sind bereits verbucht. Größter Posten ist die nicht zahlungswirksame Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche über rund 6,4 Milliarden Euro, Grund sind gesenkte Erwartungen an die Tochter. Ohne Sondereffekte hätte das Tagesgeschäft laut Konzern 8,8 Milliarden Euro Gewinn abgeworfen. Der Umsatz lag nach neun Monaten bei 233,4 Milliarden Euro, ein Minus von 2,2 Prozent.
E-Auto-Boom drückt die Marge
Weltweit steuert VW auf rund acht Millionen Auslieferungen zu. In Europa läuft das Stromer-Geschäft dagegen gut: Jedes fünfte bis Ende September ausgelieferte Auto war rein elektrisch, etwa 40 Prozent des Auftragsbestands entfallen auf E-Modelle. Allein für die Kleinwagen-Familie um den ID. Polo liegen 150.000 Bestellungen vor.
Finanzchef Arno Antlitz sagte, die Nachfrage liege auf einem Niveau, das man erst für 2029 erwartet hatte. Doch ein E-Auto bringt derzeit weniger Gewinn als ein vergleichbarer Verbrenner. Der ID. Cross erreiche 70 bis 80 Prozent der Marge eines Verbrenners, andere Modelle weniger. Antlitz erwartet, dass sich der Effekt verstärkt, und fordert Kostensenkungen. Die CO2-Flottengrenzwerte der EU will VW vorerst einhalten.
China: vom Gewinnbringer zum Problemfall
In China sanken die Verkäufe in den ersten neun Monaten um gut 30 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge. China-Chef Ralf Brandstätter sprach von einem Markt „im freien Fall“. 2025 wurden dort mehr als 24 Millionen Autos verkauft, für 2026 werden weniger als 19 Millionen erwartet. Zu Spitzenzeiten setzte VW jährlich über vier Millionen Autos ab. Für 2026 erwartet der Konzern vor Abschreibungen nur noch etwa die Gewinnschwelle; im vierten Quartal drohe sogar ein negatives Ergebnis. Zudem wurden chinesische Tochterfirmen um rund eine Milliarde Euro abgewertet.
Der Umbau unter Konzernchef Oliver Blume kostet zusätzlich, etwa der geplante Verkauf des Werks Osnabrück an Aurelius und das Land Niedersachsen, die den Standort auf Rüstung ausrichten wollen. Im vierten Quartal dürften weitere Sonderkosten etwa für Vorruhestandsregelungen anfallen. Das Management rechnet im Tagesgeschäft höchstens mit einem Mini-Gewinn.
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