VÆRIDION sammelt 30 Mio. Euro für elektrisches Flugzeug Microliner ein
Das Münchner Start-up VÆRIDION schließt eine Series-A2-Runde über 30 Millionen Euro ab und baut damit den ersten Prototyp seines elektrischen Neunsitzers Microliner.

Das Münchner Luftfahrt-Start-up VÆRIDION hat in einer Series-A2-Runde 30 Millionen Euro eingesammelt. Das Geld soll in den Bau des ersten Prototyps des vollelektrischen Neunsitzers Microliner fließen, wie das Unternehmen mitteilte.
Angeführt wurde die Runde vom niederländischen Wagniskapitalgeber SHIFT Invest und von Invest-NL, der nationalen Investitionsgesellschaft der Niederlande. Die Bestandsinvestoren World Fund, Project A und Vsquared Ventures beteiligten sich ebenfalls. Insgesamt hat VÆRIDION damit rund 60 Millionen Euro eingeworben.
Batterieelektrisch auf Kurzstrecken
Der Microliner fliegt ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb und soll bis zu 400 Kilometer weit kommen. Er ist für den Transport von Passagieren und Fracht ausgelegt. Gegründet wurde VÆRIDION 2021 von den beiden ehemaligen Airbus-Managern Ivor van Dartel und Dr. Sebastian Seemann. Ihr Ziel: Was Elektroautos im Straßenverkehr vormachen, soll im Regionalflug gelingen, also fossil betriebene Fahrzeuge durch batteriebetriebene ersetzen.
Laut Unternehmen ist das patentierte Flugzeug leiser als herkömmliche Maschinen und eignet sich daher für kleinere Flugplätze und schlecht angebundene Regionen. Es startet als Neunsitzer, die Technologie soll später für europaweite Verbindungen skaliert werden. Den Eintritt in den kommerziellen Betrieb peilt VÆRIDION für 2030 an.
Vom Entwurf zur Hardware
CEO Ivor van Dartel sagte, man habe den Microliner im vergangenen Jahr „von einem validierten Design zu Hardware“ gemacht, „mit außergewöhnlicher Kapitaleffizienz“. Antrieb und Batterietechnik würden inzwischen in der eigenen Anlage in Oberpfaffenhofen getestet. Die Finanzierungsrunde ermögliche den Bau des ersten zulassungskonformen Flugzeugs („conforming aircraft“).
Zudem wurde VÆRIDION nach eigenen Angaben von der EU für eine Förderung aus dem Innovationsfonds in Höhe von 94,5 Millionen Euro ausgewählt. Sie soll die Entwicklung des Microliners und dessen Fertigung im industriellen Maßstab unterstützen.
Mit frischem Eigenkapital und öffentlicher Förderung hat das Unternehmen nun eine finanzielle Basis für den Schritt vom Test zum flugfähigen Flugzeug. Bis zum kommerziellen Einsatz dauert es aber noch einige Jahre.
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