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Gaming·2 Min. Lesezeit

Anthropic stoppt Claude Code beim Klonen bestehender Videospiele

Anthropic hat den System-Prompt von Claude Code geändert: Das Tool soll keine konkreten existierenden Spiele mehr nachbauen. Indie-Entwickler fürchten KI-Klone.

A game developer looking at a screen showing code and a Steam demo page, with duplicated game thumbnails beside it.
Bild: xataka.com

Anthropic hat die internen Anweisungen von Claude Code angepasst, sodass das Tool bestehende Videospiele nicht mehr nachbaut. Ein Nutzer auf Twitter entdeckte die Änderung um den 27. Oktober unter der Kennung „tengu_heron_brook“, das Unternehmen hat sie bestätigt.

Erlaubt bleiben originelle Spiele, Spiele innerhalb eines Genres und Spiele auf Basis eigener Entwürfe und Assets der Nutzer. Gesperrt ist der Nachbau eines bestimmten Titels, selbst wenn er umbenannt oder als Neuheit ausgegeben wird. Laut dem Entdecker lässt sich die Regel nicht abschalten.

Eine Schutzmaßnahme mit Fehlerrisiko

Addy Osmani, Mitglied des technischen Teams bei Anthropic, erklärte auf Twitter, dem Prompt von Claude Code auf Opus 5.5 seien zwei Sätze hinzugefügt worden, damit es das konkrete Spiel einer anderen Person nicht nachbauen kann. Solche Klone verstoßen bereits gegen die Nutzungsrichtlinien, doch räumt das Unternehmen ein, dass der Filter legitime Anfragen fälschlich ablehnen kann. In diesem Fall könnten sich Nutzer an den Support wenden, so Osmani.

Hintergrund ist das geistige Eigentum. Wie PC Gamer anmerkt, ist Opus 5.5 äußerst gut im Reverse Engineering von Code. Das hat eine Welle rekompilierter Konsolenspiele angestoßen, die nativ auf dem PC laufen, aber auch dreiste Klone, die Inhalte von Originalen übernehmen – sogar von noch unveröffentlichten Titeln.

Indie-Studios ziehen Demos zurück

Zugespitzt hat sich die Lage beim jüngsten Steam-Next-Demofestival, wo KI-Inhalte die von Menschen gemachten Veröffentlichungen offenbar übertrafen. Schlimmer noch: Manche Entwickler verzichteten ganz auf Demos, aus Angst, vor dem Release kopiert zu werden.

Alliance Arts sagte die Demo zu „Drunken Goddess Reflux“ ab und ersetzte sie durch eine per Los vergebene geschlossene Beta. Digital Sun Games strich den Test von „ReVamp“ und nannte eine öffentliche Demo ein zu hohes Risiko. Zu „Needle in a Haystack Simulator“ von Studio Bitdot tauchten so viele Klone auf, dass das Original auf seiner Steam-Seite nun ein „original“-Label trägt. Manche Studios erwägen sogar, Trailer zu verschieben, um ihre prägende Mechanik oder Optik nicht zu verraten.

Valve hat das Problem eingeräumt; zwei Verantwortliche des Geschäftsteams betonten, Klone gebe es schon seit der Zeit vor der KI, man wolle nicht den Türsteher spielen. Der Rat: Spiele sollten nicht allein von einer leicht kopierbaren Mechanik leben.

Die Maßnahme betrifft nur Claude Code auf Opus 5.5. Andere große KI-Anbieter haben eigene Coding-Werkzeuge, und mit deren wachsender Leistung dürften mehr Klone und Billigware in die Stores gelangen. Offen bleibt zudem, ob eine Prompt-Änderung Nutzer aufhält, die ihre Anfrage einfach umformulieren.

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Schlagwörter:anthropicclaude codesteam nextgame cloningindie gamesopus 5.5

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