Macronix steigt aus ROM-Speicher für Nintendo-Module aus
Der langjährige Nintendo-Zulieferer Macronix verabschiedet sich vom ROM-Geschäft und setzt auf NOR- und eMMC-Speicher. Physische Switch-Spiele könnten teurer werden.

Macronix, einer der Hersteller der ROM-Speicher in den Modulen der Nintendo Switch und Switch 2, zieht sich aus diesem Geschäft zurück. Für die physischen Spiele von Nintendo ist das ein neues Hindernis, das langfristig die Preise von Konsolenspielen nach oben treiben könnte.
Das Unternehmen will sich auf Produkte mit höherer Nachfrage konzentrieren. Macronix gehörte zu den wichtigsten Partnern Nintendos und lieferte Speicherbausteine für mehrere Konsolengenerationen, von der DS und 3DS bis zur neuen Switch 2.
Warum Macronix aussteigt
Laut dem Analysten David Gibson machten ROM-Speicher im dritten Quartal 2026 nur noch 5 % des Umsatzes von Macronix aus, weniger als im Vorjahr. In einer Telefonkonferenz mit Aktionären bestätigte das Unternehmen, diese Produkte nicht weiterzuentwickeln und seine Ressourcen in NOR- und eMMC-Speicher zu lenken. Die Produktionskapazität sei begrenzt, daher investiere man lieber in Speichertypen, die mehr Geld einbringen als Nintendos Spielmodule.
Macronix ist nicht das einzige Unternehmen, das in der aktuellen Speicherkrise andere Märkte ansteuert. Zuletzt zog sich Crucial nach fast 30 Jahren aus dem Verkauf von Arbeitsspeicher und SSDs zurück: Micron hält es für lukrativer, diesen Speicher an KI-Unternehmen statt an Endkunden zu verkaufen.
Folgen für Switch- und Switch-2-Module
Eine unmittelbare Gefahr für das physische Format besteht nicht. Nintendo arbeitet mit weiteren Zulieferern zusammen, die solche Speicher für die Spielkarten fertigen können. Die Produktion der Module dürfte damit kurz- und mittelfristig gesichert sein. Langfristig könnte der Verlust eines so wichtigen Partners jedoch negative Auswirkungen haben.
Nintendo ist das einzige große Spieleunternehmen, das weiter fest auf physische Medien setzt. Analysten zufolge gewinnt der digitale Vertrieb aber weiter an Boden und macht bereits mehr als 60 % der Softwareerlöse aus. Manche erwarten, dass der Macronix-Ausstieg alternative Formate wie Game-Key Cards beschleunigt, die statt des vollständigen Spiels nur einen Download-Schlüssel enthalten.
Ein kompletter Abschied von physischen Spielen gilt als unwahrscheinlich, da Nintendo mit seinen wichtigen Marken weiterhin gute Einnahmen erzielt. Wahrscheinlicher ist laut der Einschätzung ein Modell wie bei Xbox, das Discs beibehält und jedem Datenträger eine einmalige digitale Lizenz beilegt.
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