Chrome- und Snapdragon-GPU-Lücken: Hacker greifen Android-Handys an
Laut Sekoia haben Hacker eine Chrome-Lücke und einen Fehler im Qualcomm-Adreno-Treiber kombiniert, um Android-Handys über präparierte Seiten zu infizieren. Beide Lücken waren gepatcht.

Hacker haben eine Schwachstelle in Chrome und einen Fehler im Adreno-GPU-Treiber von Qualcomm ausgenutzt, um Android-Smartphones zu kompromittieren, die lediglich eine präparierte Webseite öffneten. Das berichtet das Sicherheitsunternehmen Sekoia. Beide Lücken waren bereits vor Beginn der Angriffe geschlossen, Geräte mit aktuellem Chrome und aktuellen Sicherheitsupdates blieben daher geschützt.
Für den Angriff auf Android war kein Tippen auf einen Link, keine App-Installation und keine Berechtigung nötig. Es genügte, die infizierte Seite in einer veralteten Chrome-Version zu öffnen. Zunächst nutzten die Angreifer CVE-2026-3910, um Code im Browser auszuführen. Danach verwendeten sie CVE-2025-27038 im Adreno-Treiber, um die Sandbox von Chrome zu verlassen und tieferen Zugriff zu erlangen. Da Adreno-Grafik in Snapdragon-Chips steckt, waren Geräte mit Qualcomm-Prozessoren betroffen.
Was die Malware abgriff
Der Exploit zielte auf Chrome-Versionen 139 bis 145, wobei Version 143 aus unklaren Gründen ausgelassen wurde. Auf infizierten Geräten installierten die Angreifer die Schadsoftware AndroSnitch. Sie kopierte Cookies, gespeicherte Zugangsdaten und den Verlauf von Chrome sowie die WLAN-Konfigurationsdatei mit den Passwörtern gespeicherter Netzwerke. Besonders wertvoll sind Cookies, da sie Zugriff auf bereits angemeldete Konten ermöglichen können. Der Code brach zudem ab, wenn er ein Samsung Galaxy S25 Ultra erkannte.
Wie die Opfer erreicht wurden
Die Täter schleusten Schadcode in legitime Webseiten ein, betrieben täuschend echte Kopien bekannter Seiten und kompromittierten zwischen dem 27. August und dem 3. September einen ukrainischen Webanalyse-Dienst, der auf Tausenden meist ukrainischen Seiten eingebunden ist. Zu den gefälschten Seiten zählten eine Kopie der Website America250 und die Nachahmung eines Londoner Luxushotels in der Nähe von Regierungsgebäuden. Ein Skript erstellte ein Profil des jeweiligen Geräts und lieferte den passenden Exploit aus.
Sekoia ordnet die Kampagne der Gruppe APT29 zu, die mit dem russischen Auslandsgeheimdienst in Verbindung steht. Die Ziele deuten auf Diplomaten und Personen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine hin. Auch iPhones waren betroffen: Eine Exploit-Kette stahl Cookies unter iOS 16 bis 17.4, der Exploit DarkSword griff unter iOS 18.5 Nachrichten, Fotos und Passwörter ab.
So schützen Sie sich
Aktualisieren Sie Chrome über den Play Store und prüfen Sie unter Einstellungen > Über Chrome, ob Version 146 oder neuer installiert ist. Spielen Sie außerdem das neueste Sicherheitsupdate Ihres Geräts ein, denn Korrekturen für Qualcomms GPU-Treiber kommen über die monatlichen Patches.
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