Spionagevorwurf: Megaspeed-Managerin und Nvidia-Chef Jensen Huang im Fokus
US-Geheimdienste verdächtigen eine Megaspeed-Managerin, für Chinas Nachrichtendienst zu arbeiten und enge Kontakte zu Nvidia-Chef Jensen Huang zu pflegen.

Die US-Geheimdienste beobachten seit mindestens zwei Jahren Alice Huang, eine Führungskraft des Unternehmens Megaspeed aus Singapur. Ihr Ergebnis laut einer Recherche der New York Times: Sie arbeite für den chinesischen Geheimdienst. Die auch als Huang Le bekannte Managerin geriet vor allem wegen ihrer Verbindung zu Nvidia-Chef Jensen Huang ins Blickfeld.
Hintergrund ist der Technologiekonflikt zwischen den USA und China um künstliche Intelligenz. Am 26. August 2022 teilte Washington Nvidia mit, dass für den Export der KI-Beschleuniger A100 und H100 nach China eine Sonderlizenz nötig sei. Die Maßnahme sollte vor allem verhindern, dass chinesische Organisationen mit Militärbezug an die GPUs gelangen. Nvidia und Jensen Huang rückten dadurch ins Visier beider Regierungen.
Was die Behörden vermuten
Megaspeed betreibt Rechenzentren in Südostasien und vermietet Rechenleistung an mehrere chinesische Firmen, darunter Alibaba. Die US-Behörden verdächtigen das Unternehmen, chinesischen Organisationen beim Zugang zu Nvidias leistungsfähigsten KI-Chips geholfen zu haben, die sie sonst nicht erhalten dürften. Zudem gehen sie von einer engen beruflichen und persönlichen Beziehung zwischen Alice Huang und Jensen Huang seit mindestens zwei Jahren aus.
Laut Times wurden beide im Juni 2024 in einer Bar in Taipeh fotografiert, bei einem Treffen mit weiteren Technologiemanagern. Im Mai 2025 sah man sie erneut in Taipeh, als sie ein Geschäftsessen mit Zulieferern gemeinsam verließen. Eine Liebesbeziehung behauptet der Bericht nicht, deutet sie aber vorsichtig an.
Reaktionen von Nvidia und Megaspeed
Jensen Huang kritisiert die US-Exportbeschränkungen seit Langem und warnte die Regierungen Biden und Trump, sie würden Chinas Halbleiterindustrie stärken. Das habe das Misstrauen des Handelsministeriums genährt, das die Regeln durchsetzt.
Nvidia weist alle Vorwürfe zurück. Die Beziehung der beiden sei rein geschäftlich, Kunden erhielten gewöhnliche Geschäftsinformationen, aber keine sensiblen Betriebsgeheimnisse oder sicherheitsrelevanten Daten. Megaspeed hat eine interne Untersuchung eingeleitet und Kooperation mit der US-Regierung zugesagt.
Der Fall zeigt, dass Spionage neben Sanktionen und Exportkontrollen zu einer weiteren Front im Chipstreit wird. Anklagen sind bislang nicht bekannt.
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