Nüchtern-Gründerin weint bei DHDL – nun fast profitabel
Isabella Steiner brach bei „Die Höhle der Löwen“ mit ihren alkoholfreien Spritz-Sachets in Tränen aus. Heute steht ihr Startup Nüchtern kurz vor der Profitabilität.

Für Isabella Steiner war der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) eine schmerzhafte Erfahrung. Rund ein Jahr später sagt die Gründerin des Startups Nüchtern, ihr Unternehmen sei auf dem Weg in die Profitabilität.
Steiner präsentierte einzeln portionierte Sachets, aus denen sich ein alkoholfreies Pendant zu Aperol Spritz oder Sarti Spritz mixen lässt. Kunden geben den Inhalt einfach in Tonic Water. Laut Steiner brauchen die Tütchen kaum Platz, passen in jede Tasche und sind bis zu zwei Jahre haltbar. Zuvor betrieb sie bereits mehr als fünf Jahre einen Online-Shop für alkoholfreie Getränke.
Gemischtes Urteil der Löwen
Bei der Verkostung gingen die Meinungen auseinander. Judith Williams zeigte sich von beiden Sorten ziemlich begeistert, Ralf Dümmel schmeckte es „nicht so“. Andreas Herb nannte die Drinks lecker, aber „kilometerweit“ vom Original entfernt, und Frank Thelen kann mit alkoholfreien Alternativen wenig anfangen. Williams fand die Sachets zudem unsexy für den Restaurantbesuch.
Größtes Problem war die Firmenstruktur: Der Online-Shop mit fremden Marken gehört zum selben Unternehmen wie die eigenen Drinks, Investoren müssten also in beides einsteigen. Thelen vermutete einen unprofitablen Shop und nannte den Pitch „nicht ehrlich“. Herb kritisierte außerdem, der Name transportiere zu wenig Emotion. Steiner verteidigte ihre Idee, bis ihr die Tränen kamen.
Vom Händler zum Hersteller
Gegenüber Gründerszene sagte Steiner kurz vor der Ausstrahlung, rund zehn Monate nach dem Dreh, die Löwen seien beim Dreh noch deutlich härter gewesen. „Die haben mich regelrecht demontiert“, so die Gründerin. Der gesendete Schnitt sei jedoch das bestmögliche Ergebnis, mit dem sie „extrem gut arbeiten“ könne. Sie sei „optimistisch und dankbar“.
Das Geschäft habe sich laut Steiner gut entwickelt: Inzwischen gibt es sechs Sorten, weitere sollen folgen, und im ersten Quartal des kommenden Jahres soll Nüchtern nachhaltig profitabel werden. Das kritisierte Händlergeschäft hat sie abgebaut. Sie habe beim Dreh mitten im Pivot vom Händler zum Hersteller gesteckt, dies aber nicht gut erklärt.
Im nächsten Jahr will Steiner Nüchtern in den Einzelhandel bringen. Anfragen gebe es bereits, bislang fehlten dem kleinen Unternehmen aber die Kapazitäten für das stationäre Geschäft.
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