Russland: Neue Laptops 30–35 % teurer, Absatz sinkt um 19 %
Von Januar bis September 2026 wurden in Russland 1,94 Millionen neue Laptops verkauft, 19 % weniger als im Vorjahr. Gefragt sind dafür aufbereitete Geräte.

Der russische Markt für neue Laptops schrumpft weiter. Von Januar bis September 2026 kauften Verbraucher 1,94 Millionen Geräte, 19 % weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Marktforschungsunternehmen ICMR (GfK-Rus) ermittelt hat. Der Umsatz belief sich auf 132 Milliarden Rubel, ein Minus von 5 %.
Den Rückgang bestätigen auch Händler. Citilink nennt ein Absatzminus von 20 % binnen eines Jahres, OFD Platform von 9 %. Absolute Zahlen nannten beide Unternehmen nicht.
Höhere Preise bremsen die Nachfrage
Als Hauptgrund führt Citilink steigende Preise an. Sie seien um 30–35 % gestiegen, viele Russen hätten geplante Neuanschaffungen verschoben. RWB verweist auf teurere Komponenten. Laut OFD Platform tauschen Kunden ihre Geräte zudem seltener aus, weil die vorhandene Technik ausreicht.
Käufer greifen häufiger zu günstigen Modellen, im Offline-Handel fiel die Nachfrage am stärksten. M.video erklärt, Laptops würden für mehrere Jahre im Voraus gekauft, mit Leistungsreserve für Arbeit, Lernen und Spiele. Das Interesse an teuren Modellen bleibe bestehen, weshalb der Umsatz langsamer sinke als die Stückzahl.
Der Markt schrumpft damit das zweite Jahr in Folge. 2025 gingen die Verkäufe je nach Quelle um 15–30 % zurück: Gekauft wurden rund 2,9 Millionen Laptops für 169–183 Milliarden Rubel, ein Jahr zuvor waren es 3,9 Millionen Geräte für 212–242 Milliarden Rubel.
Reparatur, Gebraucht- und Refurbished-Geräte legen zu
Parallel wächst die Nachfrage nach Reparaturen. Von Januar bis September stieg der durchschnittliche Rechnungsbetrag um 11 %, der Median um denselben Wert auf 2603 Rubel. M.video zufolge vervierfachte sich der Verkauf aufbereiteter Geräte in den ersten neun Monaten 2026 fast, der Nettoumsatz der Kategorie verdreifachte sich nahezu. Auf Avito stieg die Nachfrage nach aufbereiteten Laptops auf das Achtfache.
Auch Gebrauchtgeräte sind gefragter: Auf Avito legte ihr Absatz um 14 % zu. Bei gleicher Ausstattung kosten sie im Schnitt 30–45 % weniger als Neugeräte. Bei WB Recycle verkaufte sich von März bis September fast fünfmal so viel. Absolute Werte nannten die Unternehmen nicht.
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