Robotable bringt IsoMotion für Skill-Transfer bei Humanoiden
Das koreanische Physical-AI-Unternehmen Robotable will Anfang 2027 die Software IsoMotion starten, die Fähigkeiten zwischen Humanoiden verschiedener Hersteller überträgt.

Das südkoreanische Physical-AI-Unternehmen Robotable bringt Anfang nächsten Jahres eine Software auf den Markt, die erlernte Fähigkeiten von einem humanoiden Roboter auf einen anderen überträgt. Das Produkt heißt IsoMotion. Firmenchef Choi In-hyun bestätigte den Plan am 5. November auf der Robo World 2026 im KINTEX in Goyang in der Provinz Gyeonggi.
Eine Fähigkeit („Skill“) ist in der Robotik eine Arbeitseinheit, die ein Roboter ausführen kann, etwa eine Tür öffnen oder Kleidung falten. IsoMotion wandelt die Bewegungen eines menschlichen Bedieners oder Befehle einer KI in standardisierte Bewegungsdaten um. Diese übersetzt die Software in Echtzeit in Anweisungen, die zur Gelenkstruktur und den Spezifikationen des jeweiligen Roboters passen.
Warum sich Skills nicht einfach übertragen lassen
Der Transfer zwischen Modellen ist schwierig, weil ein Skill das Ergebnis eines Trainings ist: Er legt fest, wie weit sich jedes Gelenk bewegt, wenn der Roboter eine bestimmte Szene erkennt. Gelenkaufbau und -anordnung unterscheiden sich von Roboter zu Roboter, ebenso Kamerablickwinkel und das Vorhandensein von Tastsensoren. Dieselbe Aufgabe erfordert daher auf verschiedener Hardware unterschiedliche Gelenkbewegungen.
Die Idee entstand aus dem eigenen Geschäft. Robotable ist Systemintegrator für Gastronomie-Roboter und automatisiert Kochprozesse mit Maschinen mehrerer Hersteller, darunter Neuromeka und Rainbow Robotics. Durch die Arbeit mit vielen Plattformen sei der Wunsch entstanden, einen Skill auf mehrere Roboter anzuwenden, so Choi.
Demo auf der Robo World
Auf der Messe ließ Robotable verschiedene Roboter auf dieselbe Weise eine Gurke mit einem Messer schneiden. Ein Mitarbeiter bediente zunächst einen Leader Arm, einen von Hand geführten Steuerarm zur Erfassung von Teleoperations-Demonstrationsdaten, und schnitt 100-mal eine Gurke. Laut Unternehmen reichten allein diese Daten, um einen Skill zum Gurkenschneiden zu erstellen, den IsoMotion anschließend auf andere Roboter übertrug. Besonders positiv hätten Professoren von Universitätslaboren reagiert, sagte Choi.
Im Juni eröffnete Robotable im Seouler Stadtteil Gangnam die roboterbetriebene Lieferküche One Kitchen. Dort sammelt das Unternehmen im Realbetrieb mit mehreren Robotern Daten und entwickelt Skills. IsoMotion soll einzeln sowie als Paket mit humanoider Hardware verkauft werden.
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