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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Rechenzentrum Belchite: Krolmap plant netzfreien Standort mit CO2

Das Zaragozaer Unternehmen Krolmap plant in Belchite ein Rechenzentrum mit 225 MW und 1,5 Mrd. Euro Investition, gekühlt mit CO2 und ohne Netzanschluss.

Aerial view of an industrial estate in Aragón, Spain, where a proposed off-grid data center would be built with CO2 cooling.
Bild: xataka.com

Das 2022 in Saragossa gegründete Ingenieurbüro Krolmap will in Belchite (Aragonien) ein Rechenzentrum bauen, das komplett mit CO2 gekühlt wird und ohne Stromnetzanschluss auskommt. Nach Darstellung des Unternehmens wäre es das erste dieser Art in Spanien. Vorgesehen sind 225 MW in sechs Gebäuden auf 25 Hektar im Gewerbegebiet La Legua, das Investitionsvolumen beträgt 1,5 Milliarden Euro.

Die Energie sollen drei Gaskraftwerke liefern, ergänzt durch erneuerbare Energien, Batteriespeicher und Kraft-Wärme-Kopplung. Hinzu kämen eine eigene Kläranlage, Regenrückhaltebecken, 3 MWp Photovoltaik und zwei Windräder mit je 750 kW. Es ist Krolmaps zweites Vorhaben in Aragonien: In Villanueva de Gállego plant die Firma bereits bis zu 150 MW und hat dort über 20.000 Quadratmeter erworben.

Viele Fragen offen

Mieter, Lieferant und Finanzpartner sind nicht genannt, die erneuerbare Leistung ist nicht veröffentlicht. Laut UNITNAVE taucht das Projekt weder in amtlichen Bekanntmachungen noch in einem Beschluss der Behörde INAGA auf. DCD weist darauf hin, dass noch die Emissionen der Kraft-Wärme-Kopplung und der nötige Speicher für Phasen ohne erneuerbare Erzeugung zu bewerten sind.

CO2 dient als Kältemittel anstelle fluorierter Gase, die verboten werden sollen. Das löst die Kältemittelfrage, nicht aber den Fußabdruck des Stroms, der verbrannt werden muss.

Warum ohne Netz

Das Netz ist ausgelastet: Red Eléctrica beziffert die Anschlussgenehmigungen für Rechenzentren in Aragonien auf 3.700 MW, mehr als das Doppelte der regionalen Spitzenlast. Zudem liegt ein Regierungsdekret beim Staatsrat, mit 80 Prozent Rückhalt und bis zu fünf Jahren Übergangsfrist; die Schwelle für die meisten Auflagen stieg auf 10 MW. Es soll vor den Wahlen am 29. November verabschiedet werden. Unklar ist, wie ein nicht angeschlossener Standort dort einzuordnen wäre.

Die Fundación Renovables fordert ein Verbot von Inselanlagen mit überwiegend fossiler Versorgung und verweist auf Irland. Ecologistas en Acción befürchtet, dass fehlende Erneuerbare die Zentren zu Gas oder Atomkraft treiben. Ihre Karte zählt 28 geplante Großzentren mit 11.237 MW, von denen drei mit 140 MW in Betrieb sind.

Der Protest wächst: Ende September zogen über 2.000 Menschen durch Torrero. Tu Nube Seca Mi Río kündigt für Freitag, den 6., eine Kundgebung in Huesca und am 7. eine „Mega-Demonstration“ in Saragossa an. Der Branchenverband Spain DC sieht rund 9 Milliarden Euro gefährdet; Microsoft hält an seinem Fahrplan in Aragonien fest und strebt 100 Prozent erneuerbaren Verbrauch an.

Bislang ist Belchite eine Ankündigung. Das Dekret und die Demonstrationen dieses Wochenendes könnten den Weg bestimmen.

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Schlagwörter:data centerkrolmapbelchitearagonco2 coolingspain

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