RAM-Mangel: Smartphone-Hersteller verbauen gebrauchten Speicher
Ein Marktbeobachter berichtet, dass chinesische Firmen für immer mehr Smartphones unter 200 Euro recycelte LPDDR4X-DRAM-Chips verbauen.

Die Speicherknappheit erreicht nun auf ungewöhnliche Weise auch das Billigsegment bei Smartphones. Laut einem Marktbeobachter setzen chinesische Unternehmen bei immer mehr Geräten unter 200 Euro recycelte, bereits gebrauchte LPDDR4X-DRAM-Chips ein.
Was passiert
LPDDR4X ist ein mobiler Speicherstandard, der seit einigen Jahren am Markt ist und in günstigen Geräten verbreitet ist. Statt neue Chips zu kaufen, gewinnen einige Hersteller diese Bauteile offenbar zurück und verbauen sie in neuen Telefonen. Der Beobachter sagt, die Praxis greife auf mehr Modelle der Einstiegsklasse über.
Das zeigt den Druck auf dem Speichermarkt. Wenn DRAM knapp und teuer ist, können Hersteller billiger Geräte höhere Bauteilkosten kaum auffangen, denn ihre Margen sind ohnehin gering und die Preispunkte festgelegt.
Warum das wichtig ist
Für Käufer günstiger Smartphones wirft das Fragen zur Transparenz auf. Gebrauchter Speicher ist nicht zwangsläufig defekt, steht aber selten im Datenblatt. Unklar ist, wie gründlich die Chips vor der Wiederverwendung geprüft werden und wie lange sie im Alltag halten.
Zugleich zeigt der Fall, wie die RAM-Krise durch die Lieferkette wirkt: Sind neue Chips schwer zu bekommen, wird der Sekundärmarkt für Bauteile attraktiver. Welche Marken und Modelle betroffen sind, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor; Hersteller wurden nicht genannt.
Ob die Praxis ein Nischenphänomen bleibt oder sich ausbreitet, dürfte davon abhängen, wie schnell sich die Speicherversorgung erholt und ob Behörden oder Händler klarere Angaben zur Herkunft der Bauteile fordern.
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