OpenAI sammelt erst 11 Milliarden Dollar von angepeilten 30 Milliarden
OpenAI hat Zusagen über rund 11 Milliarden Dollar eingesammelt, weit weniger als die angestrebten 30 Milliarden. Die Runde soll nun 20 Milliarden erreichen.

OpenAI hat bislang Zusagen von Investoren über rund 11 Milliarden US-Dollar erhalten und damit weniger als die Hälfte des ursprünglich angestrebten Betrags von 30 Milliarden Dollar. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Die Kapitalsuche läuft weiter, doch das Unternehmen rechnet inzwischen nur noch mit einem Gesamtvolumen von 20 Milliarden Dollar.
Im Rahmen des diskutierten Deals wird OpenAI mit 1,25 Billionen Dollar bewertet, nach zuvor erhofften 1,4 Billionen. Der ChatGPT-Entwickler bereitet einen Börsengang vor, der schon Anfang kommenden Jahres stattfinden könnte. Sorgen um die Zukunft des KI-Booms haben das Interesse einiger großer Geldgeber abgekühlt.
Nervöser Markt
Hinzu kommt ein breiter Ausverkauf bei Technologieaktien, nachdem die Zahlen von Google, Amazon und Intel Anleger enttäuscht hatten. Investoren gehen bei KI-Wetten vorsichtiger vor, wählen Unternehmen genauer aus und prüfen Vertragsbedingungen kritischer.
OpenAI hat seine Anteilseigner informiert, in den kommenden Wochen weiter Geld einsammeln zu wollen. Angesprochen werden sollen Family Offices, die das Vermögen wohlhabender Familien verwalten, sowie vermögende Privatinvestoren.
Druck durch Anthropic
Zugleich will OpenAI sein Umsatzwachstum beschleunigen, bei dem Anthropic dank der Nachfrage nach Claude Code inzwischen vorne liegt. Anthropic hat bereits Unterlagen für den eigenen Börsengang offengelegt, die ein rasantes Wachstum in den vergangenen Quartalen zeigen. Der Umsatz stieg vom ersten zum zweiten Quartal um mehr als das Doppelte auf 11,6 Milliarden Dollar, bei OpenAI um etwa 18 Prozent auf 6,7 Milliarden.
Die Zahlen sind nur eingeschränkt vergleichbar: Anthropic verbucht Verkäufe über Cloud-Partner in voller Höhe und führt den Anteil der Partner als Kosten, OpenAI zieht ihn vom Umsatz ab. Im zweiten Quartal erzielte Anthropic einen kleinen operativen Gewinn, während OpenAIs operative Verluste wuchsen.
OpenAI hat zuletzt die Preise für seine neuesten Modelle gesenkt. Nach Daten Dritter, auf die sich der Bericht stützt, hat das dem Unternehmen geholfen, im Wettbewerb mit Anthropic wieder Boden gutzumachen.
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