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Wirtschaft·1 Min. Lesezeit

Digitale Souveränität: Warum die Kosten der Abhängigkeit fehlen

Fast alle wollen digitale Souveränität, kaum jemand setzt sie um. Laut einer Analyse fehlen die Kosten der Abhängigkeit in jeder Kalkulation, obwohl sie sich beziffern lassen.

A government office server room with a calculator and cloud icons symbolizing the hidden costs of technology dependency.
Bild: iX Magazin

Digitale Souveränität findet in Politik und Wirtschaft breite Zustimmung, doch in die Praxis schafft sie es selten. Eine aktuelle Analyse nennt dafür eine einfache Ursache: Die Kosten der Abhängigkeit von wenigen, meist außereuropäischen Technologieanbietern tauchen in keiner üblichen Wirtschaftlichkeitsrechnung auf.

Kosten, die nirgends stehen

Wer IT-Optionen vergleicht, rechnet mit Lizenzgebühren, Migrationsaufwand, Schulungen und Integration. Was fehlt, ist der Preis der Bindung an einen Anbieter: der Verlust an Verhandlungsmacht bei Vertragsverlängerungen, das Risiko plötzlicher Änderungen an Konditionen oder Produkten und das Fehlen eines realistischen Ausstiegs. Weil diese Posten nirgends erfasst werden, wirkt die souveräne Alternative teurer, als sie womöglich ist.

Die Analyse betont, dass das Problem lösbar ist. Die Kosten der Abhängigkeit lassen sich beziffern. Damit können sie in Beschaffungsentscheidungen und Budgets einfließen, statt allein in Appellen und Strategiepapieren zu stehen.

Warum das wichtig ist

Für Verwaltungen wie Unternehmen verändert diese Erkenntnis die Debatte. Wird Souveränität als vager Wert behandelt, unterliegt sie gegen konkrete Einsparungen auf der Preisliste. Wird ihr Fehlen dagegen als messbares Risiko mit Preisschild betrachtet, lassen sich beide Seiten auf Augenhöhe abwägen.

Zugleich ist das ein Prüfstein für die vielen Absichtserklärungen zur digitalen Unabhängigkeit. Ohne transparente Rechnung dürfte sich das beschriebene Muster fortsetzen: grundsätzliche Zustimmung, aber unveränderte Einkaufspraxis.

Für IT-Verantwortliche und Einkaufsabteilungen folgt daraus ein konkreter nächster Schritt: Abhängigkeit in die eigene Gesamtkostenrechnung aufnehmen, damit der Vergleich mit souveränen Alternativen vollständig ist.

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