Fallout: New York: KI-Fanspiel nach Bethesda-Forderung offline
Chris Firsts Browserspiel Fallout: New York, mit Claude Opus 5.5 gebaut, ging nach wenigen Tagen offline. ZeniMax hatte um Entfernung und Übergabe der Domain gebeten.

Ein mit KI gebautes Fallout-Fanspiel für den Browser ist wenige Tage nach seinem viralen Start wieder verschwunden. Entwickler Chris First veröffentlichte Fallout: New York am 28. September 2026 und kündigte am 1. Oktober die Schließung an. Laut First hatte ZeniMax, die Muttergesellschaft von Bethesda, ihn gebeten, das Material zu entfernen.
First gibt an, das Spiel mit Claude Opus 5.5 entwickelt zu haben. Es lief ohne Installation im Browser und bot nach seinen Angaben Quests, Dialogbäume, das Kampfsystem V.A.T.S. und einen funktionierenden Pip-Boy. Er nannte 117 Schauplätze, 112 Figuren und 46 Waffen und erklärte, jedes Gebäude, jede Waffe, jedes Gesicht und jeder Sound sei per Code erzeugt worden, ganz ohne Textur- oder Sounddateien. Der Vorstellungsbeitrag kam auf über 3,5 Millionen Aufrufe bei X.
Warum die Markenregeln zählen
Der Konflikt dreht sich um die Markenrichtlinien von ZeniMax, zuletzt am 2. Mai 2024 aktualisiert. Ohne schriftliche oder ausdrückliche Erlaubnis dürfen Markenelemente weder in Produktnamen noch in Domains stehen, und Projekte dürfen keine Verbindung oder Billigung durch das Unternehmen suggerieren. Spiele dürfen zu Informationszwecken erwähnt werden, sofern das nicht irreführt. Wer ein eigenes Produkt unter dem Namen einer Franchise zeigt, fällt dagegen in einen anderen Fall, selbst wenn der Code neu generiert wurde.
Verwechslungsgefahr besteht zudem mit einer bestehenden Mod namens Fallout: New York. Sie ist ein Freiwilligenprojekt, mit dem Creation Kit erstellt, und betont auf ihrer Website, nicht mit Bethesda Game Studios verbunden zu sein. Sie ist unabhängig von Firsts Spiel, das die Domain fallout.nyc statt falloutnyc.com nutzte.
Wie es weitergeht
In seiner Antwort vom 4. Oktober schrieb First, ZeniMax sei freundlich geblieben und habe ihn gebeten, das Material zu entfernen. Die Domain wolle er übergeben. Er habe das Spiel verändert, arbeite weiter an der Geschichte und biete einen privaten Link zum Testen an. Die Änderungen beseitigten aus seiner Sicht den Rechtekonflikt, bedeuteten aber keine Genehmigung von ZeniMax.
Der Fall steht für „Vibe Coding“, also Programmieren im Dialog mit einer KI. Das liefert schnell ein lauffähiges Programm, doch Name und Vertriebsweg müssen, wie sich zeigt, trotzdem geprüft werden.
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