Blaue OLED: LG Chem und SFC gehen im Patentstreit in Berufung
Im Patentstreit um blaue OLED haben LG Chem und SFC gegen das Urteil erster Instanz Berufung eingelegt. SFC soll LG Chem 8 Milliarden Won zahlen.

Im Patentstreit um blaue OLED-Materialien haben sowohl LG Chem als auch SFC Berufung gegen das Urteil der ersten Instanz eingelegt. Das Zentrale Bezirksgericht Seoul hatte LG Chem am 17. September teilweise recht gegeben und SFC wegen Patentverletzung zu 8 Milliarden Won (rund 5 Millionen Euro) Schadenersatz verurteilt.
Wie es aus der Branche heißt, gingen die Berufungsverfahren am 30. Oktober beim Patentgericht ein. SFC legte am 22. September Berufung ein, LG Chem folgte am 8. Oktober. Der Streitwert beträgt auf Klägerseite 25,9 Milliarden Won, auf Beklagtenseite 8,1 Milliarden Won. Ursprünglich hatte LG Chem 33,9 Milliarden Won gefordert. Offenbar will das Unternehmen auch den abgewiesenen Teil durchsetzen. SFC dürfte argumentieren, selbst die zugesprochenen 8 Milliarden Won seien zu hoch.
Das strittige Patent
Kern des Streits ist das LG-Chem-Patent Nr. 1427457 für „deuterierte Verbindungen für elektronische Anwendungen“. Es betrifft deuterierte Aryl-Anthracen-Verbindungen, die Lichtausbeute und Lebensdauer von OLEDs verbessern. Der Oberste Gerichtshof Koreas bestätigte die Gültigkeit im Mai. Der Schutzumfang ist allerdings kleiner geworden: LG Chem korrigierte das Patent im Oktober 2023 vor dem Patentamts-Beschwerdegremium, als der Nichtigkeitsstreit beim Patentgericht lag. Im Dezember 2024 verklagte das Unternehmen SFC wegen Verletzung.
Börsengang im Hintergrund
In der im Oktober eingereichten Wertpapieranmeldung schrieb SFC, die 8 Milliarden Won entsprächen etwa 37 Prozent des Betriebsgewinns 2025 von 21,7 Milliarden Won. Die Gesamtforderung von 33,9 Milliarden Won übersteige diesen Gewinn, daher könne die Summe in der Berufung steigen. Die streitigen Produkte, die 2022 und 2023 in Serie gingen, seien Altmodelle vor dem Auslaufen; die Folgen für Forschung und Vertrieb seien gering. Zudem produziere LG Chem keine Produkte auf Basis des Patents und stehe nicht im realen Wettbewerb. Laut SFC hatte das Gericht die Verhandlung wieder eröffnet, weil LG Chem den Schaden nicht ausreichend belegt hatte.
Brisant ist der Zeitpunkt: SFC erhielt Mitte Oktober die vorläufige Genehmigung für die Notierung am KOSPI. Angeboten werden 5 Millionen Aktien zu 31.600 bis 36.100 Won, bis zu 180,5 Milliarden Won. Die Zeichnung läuft am 18. und 19. November. Größter Aktionär ist mit 52,96 Prozent das japanische Unternehmen Hodogaya.
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