Hyundai bringt Koreas ersten 13-Meter-Wasserstoffbus auf die Straße
Hyundai hat die Abgaszertifizierung für den Elec City Wasserstoff-Überlandbus abgeschlossen. Das 13 Meter lange Modell soll nächstes Jahr starten.

Hyundai Motor bringt im kommenden Jahr den größten Wasserstoff-Brennstoffzellenbus Südkoreas für den Überlandverkehr auf den Markt. Das Niederflurmodell reizt die gesetzliche Obergrenze von 13 Metern für ein Einzelfahrzeug fast aus. Nach Angaben aus der Branche hat der Konzern die Abgaszertifizierung für den „Elec City Hydrogen Electric Intercity Bus“ (Typ CYEX401-A27FCEV6T-C) beim Verkehrsumweltinstitut KENCIS der nationalen Umweltforschungsbehörde abgeschlossen.
Erstmals nimmt Hyundai einen 13 Meter langen Niederflur-Wasserstoffbus in die Serienproduktion auf. Erwartet werden noch die Registrierung der Fahrzeugdaten beim Verkehrsministerium und Sicherheitstests; danach soll der Bus im nächsten Jahr im Werk Jeonju gebaut und ausgeliefert werden.
Antrieb und Sitzplätze
Der Bus ist für lange Fahrten auf Autobahnen ausgelegt. Ein Elektromotor mit 475 PS (350 kW) arbeitet mit Hyundais selbst entwickeltem PEMFC-Brennstoffzellensystem und einem Lithium-Ionen-Akku mit 48,3 kWh (630 V, 76,6 Ah) zusammen. Das Leergewicht beträgt 13,6 Tonnen, das zulässige Gesamtgewicht 16,2 Tonnen.
Die Länge löst zudem einen politischen Zielkonflikt. Nach der geänderten Gesetzgebung zur Mobilität eingeschränkter Personen müssen beim Ersatz von Linienbussen Niederflurfahrzeuge mit Rollstuhlbereich beschafft werden. Auf Stadtautobahnen sind Stehplätze jedoch verboten, weshalb Betreiber rund 40 Sitzplätze brauchen, um wirtschaftlich zu fahren. Bei den üblichen 11-Meter-Niederflurbussen sinkt die Zahl mit Rollstuhlplatz auf 20 bis 30, was Widerstand der Betreiber auslöste. Hyundais längere Karosserie bietet Rollstuhlausstattung und dennoch 41 Plätze einschließlich Fahrer.
Marktumfeld
Das Umweltministerium will die Zahl der Wasserstoffbusse von derzeit etwa 3.000 bis 2030 auf insgesamt mehr als 20.000 steigern. Das neue Modell dürfte einen großen Teil der Ersatznachfrage für alte Dieselbusse auf wichtigen Linien im Großraum Seoul abdecken.
Wasserstoff gilt zudem als Antwort auf die Grenzen von Batteriebussen: Heizung und Klimaanlage eines großen Aufbaus über Hin- und Rückfahrten von mehr als 100 km würden mehrere Tonnen schwere Akkus erfordern, das Laden dauert ein bis zwei Stunden. Ein Wasserstoffbus ist in 15 bis 20 Minuten vollgetankt. Chinesische Hersteller wie BYD haben mit günstigen LFP-Akkus bei 11-Meter-Stadtbussen rund 40 Prozent Marktanteil erreicht, doch bei der Steuerung großer Karosserien und der Haltbarkeit von Brennstoffzellen unter harten Bedingungen dürften sie kaum schnell aufholen.
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