Electra integriert Mercedes-Ladeparks und öffnet Netz für MB.Charge
Electra und Mercedes-Benz verzahnen ihre Ladenetze: MB.Charge-Kunden laden an über 800 Electra-Standorten, 47 Mercedes-Hubs wechseln ins Electra-Netz.

Der französische Schnellladebetreiber Electra und Mercedes-Benz bauen ihre Zusammenarbeit aus. Laut gemeinsamer Mitteilung sollen Kunden von MB.Charge Public auf mehr als 800 Electra-Standorte mit über 5000 Ladepunkten in zehn europäischen Ländern zugreifen können, je nach Tarif zu bevorzugten Konditionen und mit Reservierungsfunktion.
Zugleich geht Mercedes' eigenes Schnellladenetz im Electra-Netz auf. Seit dem 1. November 2026 sollen alle 47 europäischen Mercedes-Benz High-Power-Charging-Hubs mit 374 Ladepunkten integriert sein. 31 davon stehen in Deutschland, sechs in Österreich; für die übrigen zehn nennt die Mitteilung keine Länder. Electras deutsches Netz wächst dadurch von 50 auf 81 Ladeparks. Am Ladevorgang ändert sich laut den Partnern nichts, Mercedes hatte seine Hubs stets als offen für alle Marken beworben.
Preise noch offen
Was Mercedes-Kunden an Electra-Säulen zahlen, nennen die Anbieter nicht. Anhaltspunkte liefert die deutsche MB.Charge-Preisliste für das Preferred Partner Network: Tarif M (4,90 Euro im Monat) kostet 0,55 Euro pro kWh beim DC-Laden, Tarif L (9,90 Euro im Monat) 0,49 Euro; nach 90 Minuten kommen 5 Cent pro Minute hinzu. An den eigenen Hubs stehen in M und L 0,39 Euro pro kWh ohne Standgebühr. Ob das nach dem Wechsel so bleibt, ist unklar. Electra selbst verlangt in Deutschland und Österreich 0,54 Euro pro kWh über App, Autocharge oder Ladekarte und 0,69 Euro bei Kreditkarte am Terminal. Für Fahrer anderer Marken ändert sich nichts.
Reservierung und offene Fragen
Kompatible Ladepunkte sollen sich vor der Ankunft aus dem Fahrzeug reservieren lassen. An Mercedes-Hubs gilt die Reservierung 15 Minuten, ausgewählte Modelle lösen sie bei aktiver Route automatisch aus, der Punkt leuchtet bernsteinfarben. Wie das bei Electra funktioniert, ist nicht beschrieben. Electra testet separat eine Beta-Funktion, die Plätze bis zu 20 Minuten blockiert. Auch zu Plug & Charge und zur Anbindung an Navigation und Mercedes-App fehlen Angaben.
Electra nennt eine Netzverfügbarkeit von über 98,5 Prozent und bis zu 600 Kilowatt an bestimmten Standorten. Im kommenden Jahr will das Unternehmen 200 Millionen Euro in Deutschland investieren, ohne die Verteilung zu nennen. Mercedes-Ladechef Nico Dettmer spricht von einem „nahtlosen Ladeerlebnis“, Electra-CEO Aurélien de Meaux von einem „Meilenstein“. Ob sich die Kooperation lohnt, entscheiden angezeigte Preise, funktionierende Reservierungen und reale Ladeleistung.
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