Hyundai Motor Group stoppt externe KI in der Kernforschung
Hyundai Motor Group hat die Nutzung externer generativer KI in Forschungsteams für Autonomes Fahren und Robotik vorerst gestoppt, um Technologieabfluss zu verhindern.

Die Hyundai Motor Group hat die Nutzung externer generativer KI-Dienste in zentralen Forschungs- und Entwicklungseinheiten vorübergehend ausgesetzt, darunter Autonomes Fahren und Robotik. Wie es am 3. November aus der Branche hieß, soll damit ein möglicher Abfluss von Schlüsseltechnologie verhindert werden.
Seit Ende Oktober ist der Zugang in F&E-Bereichen eingeschränkt, die mit nationalen Kerntechnologien arbeiten. Betroffen sind Berichten zufolge Abteilungen für Autonomes Fahren, Robotik und Zukunftstechnologien. Externe Modelle wie ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic, Qwen von Alibaba und DeepSeek lassen sich dort kaum noch nutzen. Ausnahmen gelten etwa für Googles Gemma: Solche Modelle können auf firmeneigenen Servern betrieben werden, wodurch das Risiko sinkt, dass sensible Entwicklungsdaten nach außen gelangen.
Warum die Beschränkung
Hintergrund ist die Sorge, dass Entwickler Quellcode, Konstruktionszeichnungen oder Testergebnisse in externe KI-Dienste eingeben und diese Daten je nach Praxis des Anbieters extern verarbeitet oder gespeichert werden. Algorithmen für das autonome Fahren, Robotersteuerung und Wasserstofftechnik gelten als zentrale Werte für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns; ein Abfluss könnte zudem die nationale Industriesicherheit berühren.
Ein Konzernsprecher nannte die Maßnahme vorübergehend: Man prüfe den KI-Einsatz und die Sicherheit in den betroffenen Einheiten und verbessere die Systeme. Ein Termin für die Wiederzulassung externer Dienste steht nicht fest. Eine eigene Sprachmodell-Entwicklung (LLM) wird mittel- bis langfristig erwogen. Zudem prüft der Konzern seine interne Sicherheit insgesamt und hat bei einigen Beschäftigten Passwörter für Webdienste zwangsweise zurückgesetzt.
Der Preis für die Produktivität
Die Einschränkung könnte die Forschungsproduktivität belasten. Hyundai treibt eine konzernweite KI-Transformation voran und hat die hauseigene Plattform H Chat ausgebaut; auf einer Technologiekonferenz im Oktober hieß es, mehr als 70 Prozent der Beschäftigten nutzten sie im Arbeitsalltag. Beim Autonomen Fahren und in der Robotik hilft generative KI beim Programmieren, bei der Fehleranalyse, der Prüfung von Algorithmen und bei technischen Dokumenten.
Auch der Wettbewerb erhöht den Druck: Laut einem Capgemini-Bericht vom Oktober 2025 verkürzten Autohersteller mit hohem KI-Nutzen ihre Entwicklungszyklen im Schnitt um 17 Prozent und steigerten die Engineering-Produktivität um 19 Prozent.
Als Alternative gilt eine private KI-Umgebung aus eigenen Modellen, Zugriffskontrollen und Schutz vor Datenabfluss: Kerndaten bleiben im Haus, für allgemeine Entwicklungsarbeit würden geprüfte KI-Dienste zugelassen.
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