Google übernimmt Crusoes Rechenzentrumsstandort in Wyoming
Google hat Crusoes Standort für ein Rechenzentrum im Südosten Wyomings gekauft und baut das Projekt selbst, einen Tag nach der Zusage von 17 Mrd. Dollar.

Google hat den Rechenzentrumsstandort von Crusoe im Südosten Wyomings gekauft und wird das Projekt selbst errichten. Das teilte Crusoe am Freitag mit. Die Konditionen nannte keines der Unternehmen.
Der Verkauf folgt einen Tag auf Googles Ankündigung, 17 Milliarden Dollar in das erste Rechenzentrum im Bundesstaat zu investieren, im Laramie County. Damit enden Crusoes frühe Arbeiten am Standort: Das Unternehmen hatte den Ort ausgewählt, behördliche Genehmigungen eingeholt und die Stromversorgung geplant.
Vom gemeinsamen Plan zum Alleingang
Crusoe hatte das Projekt im Juli 2025 zusammen mit Tallgrass Energy vorgestellt, das von Blackstone unterstützt wird. Damals hieß es, der Standort könne langfristig auf 10 GW wachsen. Im Juni berichtete Bloomberg, Crusoe werde zur Seite gedrängt, weil es keine Kunden gewinnen konnte; Google habe Bedenken wegen Kosten und Zeitplan geäußert.
Anderswo läuft es für Crusoe nach eigenen Angaben besser. Über 6 GW Kapazität seien vertraglich gebunden, mehr als 40 GW stünden in der Pipeline. Zudem baut das Unternehmen einen Rechenzentrumscampus für Google nahe Amarillo in Texas und sammelte im September 3,9 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 30,9 Milliarden Dollar ein. Weitere Kunden kamen hinzu, darunter ein Abkommen mit Meta im Juni und ein berichteter Vertrag über 13 Milliarden Dollar mit Jane Street.
Rauheres Klima für Entwickler
Die Übergabe fällt in eine Phase, in der sich die politische Stimmung gegenüber Rechenzentren dreht. Laut Bloomberg haben mehrere in dieser Woche gewählte Gouverneure versprochen, Rechenzentren stärker zu begrenzen. Bei 40 von 41 lokalen Abstimmungen lehnten die Wähler Rechenzentren ab.
Der Fall Wyoming zeigt, wie schnell ein Großprojekt den Besitzer wechseln kann, wenn Ankerkunden fehlen und der größte potenzielle Abnehmer den Bau lieber selbst steuert. Google kontrolliert nun direkt ein Vorhaben, das es mit 17 Milliarden Dollar unterlegt hat.
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