Google-TPUs im Orbit: Gemma 4 antwortet mit einem Weltraum-Haiku
Google hat seine TPU-Chips auf einem Satelliten im Erdorbit getestet. Das KI-Modell Gemma 4 beantwortete erstmals eine Anfrage und dichtete ein Haiku.

Google hat seine Tensor Processing Units (TPUs) nach eigenen Angaben erfolgreich im Erdorbit getestet. Das KI-Modell Gemma 4 lief dabei auf Chips an Bord eines Satelliten, erhielt erstmals eine Anfrage und erzeugte eine Antwort.
Ingenieure nahmen die TPUs an Bord in Betrieb und baten Gemma 4, ein Haiku über den Aufenthalt im All zu schreiben. Das Modell lieferte drei Zeilen: „Blue marble below / Data streams in silent grace / Starlight feeds my core.“
Mehr als Lyrik
Google prüfte das Modell außerdem mit weiteren Anfragen zum Thema Weltraum, darunter Limericks, also humorvolle fünfzeilige Gedichte, und die Verarbeitung von Telemetriedaten.
Der Test gehört zum Project Suncatcher, einer experimentellen Initiative von Google, die Infrastruktur für KI-Berechnungen direkt im Orbit aufbauen soll. Der Satellit mit den TPUs war Anfang Oktober gestartet.
Wie es weitergeht
Die schwierigeren Fragen stehen noch aus. Google muss nun prüfen, wie zuverlässig die Prozessoren unter ungewohnten Bedingungen arbeiten, vor allem bei thermischer Belastung und Strahlung. Darauf will das Unternehmen bei den nächsten Tests besonderes Augenmerk legen.
Verlaufen sie erfolgreich, folgt als nächster Schritt der Start von zwei miteinander verbundenen Satelliten, geplant für 2027. Google erwartet, dass die Ergebnisse helfen, die Aussichten orbitaler Rechenzentren für KI einzuschätzen.
Die Demonstration ist bislang bescheiden: ein kurzes Gedicht statt einer großen Rechenlast. Sie zeigt aber, dass die KI-Hardware des Konzerns außerhalb der Erdatmosphäre startet und ein modernes Sprachmodell ausführt – die erste Hürde für jedes Rechenvorhaben im All.
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