GMO-Hack: Japan fordert von Providern Sperre der Täter-Website
Japans Kommunikationsministerium hat Netzbetreiber zur Sperrung einer Website aufgefordert, die Daten aus dem GMO-Internet-Vorfall veröffentlichte. Das Fernmeldegeheimnis steht im Fokus.

Japans Ministerium für Inneres und Kommunikation hat Telekommunikationsanbieter aufgefordert, eine Website der Angreifer im Fall des unbefugten Zugriffs auf GMO Internet zu sperren. Das berichteten mehrere japanische Zeitungen am 29. Oktober. Auf der Seite waren mutmaßlich personenbezogene Daten von GMO-Kunden veröffentlicht worden.
Das Schreiben datiert vom 27. Oktober und ging über vier Branchenverbände, darunter die Telecommunications Carriers Association, an die Unternehmen. Das Ministerium verwies auf die reale Gefahr von Folgeschäden durch Missbrauch der Daten. Angesichts der großen gesellschaftlichen Auswirkungen des Vorfalls bitte man darum, die Seite mit den Informationen zu sperren.
Rechtlich heikler Schritt
Solche Sperren sind in Japan umstritten, weil Anbieter dafür wissen müssten, welche Ziele alle Nutzer ansteuern. Das könnte das in der Verfassung garantierte Fernmeldegeheimnis verletzen. Ein Manager eines großen Netzbetreibers sagte, die Entscheidung über eine Umsetzung sei schwierig.
Ob die Anbieter tatsächlich Sperren eingerichtet haben, geben sie nicht bekannt. Kabinettssekretär Minoru Kihara sagte am Vormittag des 29. Oktober, die Regierung stehe in „verschiedenem Austausch“ mit den Betreibern. Zu konkreten Maßnahmen äußerte er sich nicht, da der Fall noch laufe.
Domains abgeschaltet
GMO teilte am 28. Oktober mit, die Domains der Angreifer einschließlich Spiegelseiten seien abgeschaltet worden. Laut einer Zeitung sind die Seiten nicht mehr erreichbar, sodass die Sperre letztlich nicht zum Tragen kam.
GMO hatte zuvor dazu aufgerufen, auf keinen Fall auf die veröffentlichten Daten zuzugreifen, und rechtliche Schritte gegen böswillige Verbreiter vorbereitet. Kunden, die von dem Ransomware-Angriff betroffen sind, will das Unternehmen neue PCs zur Verfügung stellen.
Der Fall zeigt, wie schnell aus einem Datenleck eine politische Debatte darüber wird, wie weit der Staat beim Zugang zu schädlichen Inhalten eingreifen darf.
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