ESA-Sonde Hera fotografiert Didymos und Dimorphos getrennt
Die ESA-Sonde Hera hat erstmals Didymos und seinen Mond Dimorphos als zwei Objekte abgelichtet. Dimorphos traf 2022 die NASA-Sonde DART.

Die europäische Raumsonde Hera hat die Asteroiden Didymos und Dimorphos erstmals als zwei getrennte Objekte fotografiert. Bisher erschien das Paar auf ihren Aufnahmen als ein einziger heller Punkt. Laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA entstand das Bild mit der monochromen Asteroid Framing Camera aus rund 1280 Kilometern Entfernung.
Der Schritt ist bedeutsam, denn Dimorphos ist der Asteroidenmond, den die NASA-Sonde DART 2022 gezielt gerammt hat. Hera nähert sich nun, um die Folgen des Einschlags aus der Nähe zu untersuchen.
Nur ein Pixel
Die Oberfläche von Dimorphos ist auf dem Bild noch nicht zu erkennen. Der kleinere Körper füllt nur etwa ein Pixel, Felsbrocken, Vertiefungen oder Spuren des DART-Einschlags sind daher nicht sichtbar. Das Foto belegt aber, dass Hera nah genug ist, um mit den eigentlichen Beobachtungen zu beginnen.
Didymos misst etwa 780 Meter im Durchmesser, Dimorphos rund 151 Meter. Der kleinere Körper umkreist den größeren in durchschnittlich etwa 1,15 Kilometern Abstand mit etwa 18 Zentimetern pro Sekunde. Das System ist derzeit rund 197 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.
Was Hera klären soll
DART traf Dimorphos am 26. September 2022 mit etwa 6,1 km/s und verkürzte dessen Umlaufzeit um Didymos um rund 33 Minuten. Spätere Messungen zeigten, dass der Einschlag auch die Bewegung des gesamten Systems um die Sonne beeinflusste.
Offen sind jedoch der heutige Zustand der Oberfläche, der innere Aufbau und die Menge des verlagerten Materials. Unklar ist auch, ob ein klassischer Krater entstand oder sich die Form des ganzen Objekts veränderte. Ein locker gebundener Schutthaufen kann anders reagieren als ein kompakter Körper, und ausgeworfenes Material verstärkt den Impulsübertrag.
Die ESA meldet, Hera habe ihre Bremsmanöver abgeschlossen und die Geschwindigkeit relativ zu beiden Asteroiden auf etwa 20 m/s gesenkt. Erste detaillierte Bilder von Dimorphos sollen am 25. November vorgestellt werden. Später beobachten zwei kleine CubeSats aus noch geringerer Distanz, und der Missionsplan sieht einen Versuch vor, die Oberfläche zu erreichen.
Die Ergebnisse sollen zeigen, wie viel Impuls nötig ist, um die Bahn eines Asteroiden vorhersehbar zu verändern. Zudem erwägt die ESA eine kleine Schnellreaktionssonde, die ein potenziell gefährliches Objekt kurzfristig untersuchen könnte.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
Digitaler Euro: Telekom und Telefónica in Konsortien dabei

Kippo: Dümmel-Deal nach DHDL geplatzt – das ist der Grund

Lena Gercke investiert in Joy_ und wirbt für den Zugutschein

OpenAI GPT-6.1 Terra und Google Gemini 4 Carbon vorgestellt
Mehr aus: Raumfahrt
Alle anzeigen →
Callisto-Nachbau steht auf historischer Diamant-Rampe in Kourou

Seraphim Academy investiert 150.000 Dollar in SpaceTech-Startups

Millionenkredite für Raumfahrtfirmen in Deutschland und der EU
