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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Orlen: Gasfeld Aphrodite in der Nordsee deutlich größer als gedacht

Orlen und seine Partner haben die Erkundungsbohrung im Nordsee-Feld Aphrodite abgeschlossen. Die förderbaren Ressourcen liegen nun bei 77 bis 180 Millionen Barrel Öläquivalent.

Offshore gas drilling platform in the North Sea at sunset.
Bild: CHIP Polska - Technologie mamy we krwi!

Orlen Upstream Norway hat die Erkundungsbohrungen im Nordsee-Feld Aphrodite abgeschlossen, und die Ergebnisse deuten auf deutlich größere Vorkommen hin als bisher angenommen. Laut dem Betreiber Equinor liegen die förderbaren Ressourcen nun zwischen 77 und 180 Millionen Barrel Öläquivalent, der Mittelwert beträgt 128 Millionen.

Orlen Upstream Norway hält 25 Prozent an dem Projekt, weitere Partner sind Equinor, DNO und Wellesley Petroleum. Auf den polnischen Konzern entfallen damit mehr als 32 Millionen Barrel Öläquivalent. Sein Anteil an den Gasressourcen übersteigt 4 Milliarden Kubikmeter.

Deutliche Korrektur nach oben

Als Orlen im Februar die Übernahme der Anteile von Vår Energi bekanntgab, schätzte man die förderbaren Gesamtressourcen auf rund 50 Millionen Barrel Öläquivalent, davon etwa 12 Millionen für Orlen. Die neuen Zahlen verbessern die Aussichten des Projekts also spürbar.

Aphrodite ist keine neue Entdeckung. Die erste Bohrung in dem Gebiet liegt fast 20 Jahre zurück, doch die Daten reichten damals nicht, um die Wirtschaftlichkeit zu beurteilen. Das Problem waren vor allem die geologischen Eigenschaften des Reservoirs, insbesondere die geringe Durchlässigkeit des Gesteins, die den Gasfluss erschwert. Dank technologischer Fortschritte im Upstream-Bereich nahmen die Partner das Feld erneut unter die Lupe. Die neue Bohrung sollte zusätzliche Mengen bestätigen und Daten für das beste Erschließungskonzept liefern.

Wie es weitergeht

Nach dem Mittelwert könnte Aphrodite größer sein als Omega Alfa, einer der größten jüngeren Funde auf dem norwegischen Schelf, dessen förderbare Ressourcen im Mittel mit 115 Millionen Barrel angegeben werden. Eines der Erschließungsszenarien sieht die Anbindung an die bestehende Infrastruktur des Felds Kvitebjørn vor, an dem Orlen und Equinor bereits beteiligt sind. Die Nutzung vorhandener Anlagen könnte die Investitionskosten senken und den Produktionsstart beschleunigen.

In der Umgebung könnten zudem weitere Ressourcen lagern, sodass ein Produktionsstart bei Aphrodite die Erschließung künftiger Funde erleichtern würde. Orlen baut sein Engagement in Norwegen weiter aus: Zum Portfolio gehört auch Victoria, das größte unerschlossene Gasfeld des Landes, dessen Produktionspotenzial derzeit noch geprüft wird.

Schlagwörter:orlenequinoraphroditenorth seanatural gasnorway

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