EU-Generalanwalt: Google-Fonts-Abmahnwellen oft rechtsmissbräuchlich
Generalanwalt Szpunar: Wer DSGVO-Verstöße automatisiert provoziert, um Kasse zu machen, hat keinen Anspruch auf Schadenersatz und handelt missbräuchlich.

Ein Generalanwalt am obersten EU-Gericht hat sich deutlich zu Abmahnwellen rund um Google Fonts positioniert: Sie sind oft rechtsmissbräuchlich. Nach Ansicht von Generalanwalt Szpunar hat keinen Anspruch auf Schadenersatz, wer DSGVO-Verstöße gezielt und automatisiert provoziert, um Kasse zu machen.
Was der Generalanwalt sagt
Kern der Aussage ist die Trennung zwischen echten Datenschutzansprüchen und einem Geschäftsmodell, das auf ihnen aufbaut. Szpunar wertet das automatisierte Auslösen vermeintlicher Verstöße mit anschließenden Zahlungsforderungen als Missbrauch. Wer den Verstoß selbst herbeigeführt hat, kann demnach keinen Schadenersatz nach der DSGVO verlangen.
Die Einschätzung zielt auf die Praxis, Webseiten systematisch nach angeblichen Verstößen zu durchsuchen, etwa nach eingebundenen externen Schriften, und anschließend massenhaft standardisierte Forderungen zu verschicken. Solchen Kampagnen geht es nicht um den Schutz personenbezogener Daten, sondern um Einnahmen. Genau hier sieht der Generalanwalt den Missbrauch.
Bedeutung für Webseitenbetreiber
Für Betreiber, die entsprechende Schreiben erhalten haben, ist das Votum ein wichtiges Signal. Es stützt das Argument, dass Zahlungsforderungen aus bewusst provozierten Verstößen nicht erfüllt werden müssen. Berechtigte Datenschutzansprüche bleiben vom Schadenersatzrecht der DSGVO unberührt.
Die Schlussanträge eines Generalanwalts binden das Gericht nicht. Die Richter folgen ihnen jedoch häufig, weshalb sie als wichtiger Hinweis auf das spätere Urteil gelten. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus und wird zeigen, wie weit das Missbrauchsargument in der EU trägt.
Apps, die sich lohnen
Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.
Sprich mit einem KI-Gesprächspartner; jeder Satz kommt korrigiert und in deiner Sprache erklärt zurück. 9 Sprachen, A1 bis C2.
EDIFACT- und X12-Nachrichten öffnen, jedes Segment verständlich erklärt, in JSON/XML umwandeln, als PDF und Excel exportieren. Läuft lokal, kein Upload.
Wähle, für wen es ist, den Anlass und die Persönlichkeit. Die Suchmaschine liest Produktbeschreibungen lokaler Shops und sortiert, was passt. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
GOG GALAXY kommt nach 18 Jahren nativ für Linux
Claude Code soll E-Mail-Adressen von Nutzern an Websites weitergeben

Alta Ares gewinnt sechs NATO-Lose zur Drohnenabwehr

NCBR stellt 25 Mio. Zloty für internationale KI-Projekte bereit
Mehr aus: Sicherheit
Alle anzeigen →
LINE unterstützt Passkeys: Einfacherer Wechsel des Smartphones

Japans Cyberbehörde NCO drängt auf Basisschutz gegen Datenlecks

Flock Safety: Mindestens 10 US-Kommunen stoppen Überwachungskameras
