Ermis-3: Griechischer Cubesat funkt erstmals per Laser zur Erde
Der ESA-geförderte Kleinsatellit Ermis-3 hat aus dem Orbit eine Laserverbindung zur Bodenstation auf dem Holomondas aufgebaut. Die Technik ist schnell, aber störanfällig.

Griechenland hat erstmals eine optische Datenverbindung aus dem All zur Erde hergestellt. Der Kleinsatellit Ermis-3 baute aus einer niedrigen Erdumlaufbahn eine Laserverbindung zur Bodenstation HolOGS-1 auf dem Berg Holomondas in Nordgriechenland auf. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA, die das Projekt unterstützt, spricht von einem ersten Test.
Ermis-3 ist ein 8U-Cubesat, also ein würfelförmiger Satellit aus acht standardisierten Modulen. Laut ESA kam die Verbindung schnell zustande. Damit ist eines der Hauptziele der Mission erreicht: das präzise Ausrichten, Erfassen und Verfolgen des Ziels, in der Fachsprache „Pointing, Acquisition, Tracking“.
Ausschließlich europäische Technik
Bei dem Versuch kam nur europäische Technik zum Einsatz. Den im März 2026 gestarteten Satelliten entwickelte die National and Kapodistrian University in Athen, das Bodenterminal stammt von der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Die Übertragungstechnik lieferte das litauische Unternehmen Astrolight. Getestet wurden die Systeme im Europäischen Raumfahrtforschungs- und Technologiezentrum ESTEC der ESA in den Niederlanden.
ESA-Manager Frederic Rouesnel sagte, das Ergebnis zeige, dass Europa durch das Zusammenspiel von Industrie, Wissenschaft und Institutionen Innovationen hervorbringen könne. Die ESA steuerte Programmmanagement, technische Überwachung und ingenieurtechnische Unterstützung bei.
Schneller als Funk, aber anfälliger
Bei der optischen Kommunikation überträgt ein Laser die Daten, und die Datenrate liegt deutlich über der von herkömmlichem Funk. Dafür ist das Verfahren komplizierter: Der Satellit rast mit mehreren tausend Kilometern pro Stunde um die Erde und muss den Strahl exakt auf den Empfänger richten.
Das Zeitfenster für die Verbindung ist zudem kurz. Auch das Wetter spielt eine Rolle: Wolken können die Verbindung blockieren, Turbulenzen in der Atmosphäre verschlechtern die Signalqualität. Dennoch soll die Technik neue Impulse für souveräne Drahtlosverbindungen auf der Erde geben.
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