Claude sperrt Nutzer mit russischem Pass nach KYC-Prüfung
Nutzer berichten, dass Anthropic bei verdächtigem Verhalten wie VPN-Nutzung einen Passnachweis verlangt und Konten mit russischem Pass sperrt – ohne Erstattung.

Anthropic sperrt offenbar Claude-Konten, wenn Nutzer bei einer Identitätsprüfung einen russischen Pass vorlegen. Mehrere Nutzer bestätigen das in einem Reddit-Thread. Bereits gezahlte Abogebühren werden nach der Sperre nicht erstattet.
Wie die Prüfung abläuft
Ausgelöst wird das Verfahren Berichten zufolge, sobald das System ein Verhalten als verdächtig einstuft. Dazu zählt etwa die Nutzung eines VPN. Anthropic verlangt dann eine KYC-Verifizierung (Know Your Customer), also den Nachweis der Identität per Reisepass. Ist das Dokument russisch, wird das Konto gesperrt.
Ein Visum oder Aufenthaltstitel für ein Land, in dem Claude offiziell verfügbar ist, hilft den Schilderungen zufolge nicht. Auch Inhaber chinesischer Pässe berichten von derselben Behandlung.
Hintergrund und offene Fragen
In Russland ist Claude offiziell nicht verfügbar, viele Nutzer dort greifen deshalb zu einem VPN. Die neuen Berichte folgen auf frühere Meldungen über Massensperrungen im Zusammenhang mit VPN-Nutzung.
Für eine große Gruppe wirft das eine praktische Frage auf: Viele russische Staatsbürger leben im Ausland, in Ländern, in denen Claude legal angeboten wird, könnten aber wegen der Nationalität im Dokument trotzdem ausgesperrt werden. Eine Stellungnahme von Anthropic liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor. Unklar bleibt, ob es sich um eine formale Richtlinie oder um das Ergebnis automatisierter Durchsetzung handelt.
Für zahlende Kunden kommt durch die ausbleibende Erstattung ein finanzielles Risiko hinzu. Wer Claude über ein VPN nutzt oder einen Pass aus einem betroffenen Land besitzt, sollte abwägen, wie stark er vom Dienst abhängt, denn ein Zugangsverlust scheint sich kaum anfechten zu lassen.
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