Beget nach Cyberangriff: 35 Prozent der Server wieder online
Der russische Hoster Beget hat nach einem Cyberangriff 35 Prozent seiner Server wieder gestartet. Cloud-Daten sind verloren, Datei-Backups blieben erhalten.

Der russische Hosting-Anbieter Beget hat am 4. November 2026 mitgeteilt, dass nach einem Cyberangriff wieder 35 Prozent seiner Server laufen. Die Arbeiten an den übrigen Systemen dauern an. Weil jeder Server von Hand geprüft wird, gehen Websites nur schrittweise wieder online.
Stand der Wiederherstellung
Dedizierte Server, die Beget nicht administriert, sind laut Unternehmen alle gestartet und erreichbar. Bei den dedizierten Servern unter Verwaltung von Beget sind bislang 15 Prozent wiederhergestellt. Domains funktionieren; Kunden, deren Domains auf die DNS-Server von Beget zeigen, können ihre DNS-Einträge unter domains.beget.ru verwalten.
Zudem baut das Unternehmen seine Backup-Infrastruktur wieder auf und will in einem eigenen Beitrag erklären, wie Kunden an ihre Kopien kommen. Das Kundenpanel ist noch nicht verfügbar. Vorrang haben Server, Websites und die Wiederherstellung von Backups; den Start des Panels will Beget gesondert melden.
Was passiert ist
Den Angaben zufolge begann der Vorfall in der Nacht vom 1. auf den 2. November 2026. Die Angreifer verschafften sich Zugang zur Steuerungsebene der gesamten Architektur und führten anschließend Skripte aus, die Daten löschten. Beget hat offiziell höhere Gewalt erklärt.
In der Cloud-Infrastruktur mit VPS, S3 und Kubernetes gingen alle Daten verloren, ebenso die Einstellungen für CDN und IP-Adressen. Datei-Backups der VPS blieben erhalten, die binären VPS-Backups sind dagegen vollständig verloren. Die Datei-Backups des gesamten Hostings und der Cloud sind intakt, sodass sich Daten daraus wiederherstellen lassen.
Warum das wichtig ist
Der Fall zeigt, wie gravierend die Kompromittierung der Verwaltungsebene eines Anbieters sein kann: Ein einziger Zugang genügte, um Daten über mehrere Produktlinien hinweg zu zerstören. Für Kunden hängt das weitere Vorgehen nun von den dateibasierten Backups ab und davon, wie schnell jeder Server geprüft und neu gestartet wird.
Alle Mitarbeitenden arbeiten laut Beget im Krisenmodus, das DevOps-Team rund um die Uhr, bis der Vorfall beendet ist. Einen Termin für die vollständige Wiederherstellung nennt das Unternehmen nicht.
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