Beget erklärt höhere Gewalt nach massiver Cyberattacke auf Hoster
Der russische Hosting-Anbieter Beget meldet eine massive Cyberattacke in der Nacht zum 2. November und hat gegenüber Kunden offiziell höhere Gewalt erklärt.

Der russische Hosting-Anbieter Beget hat offiziell höhere Gewalt erklärt. Auslöser ist nach Unternehmensangaben eine massive Cyberattacke auf die Infrastruktur in der Nacht zum 2. November 2026, die mehrere Dienste lahmgelegt hat.
In einer Mitteilung an die Kunden schreibt das Unternehmen (OOO Beget), die Umstände wiesen Merkmale höherer Gewalt gemäß Artikel 401 Absatz 3 des russischen Zivilgesetzbuchs und der geltenden Verträge auf. Die Attacke und ihre Folgen hinderten Beget vorübergehend daran, einen Teil seiner Leistungspflichten ordnungsgemäß zu erfüllen.
Was bereits wieder läuft
Wieder in Betrieb sind laut Beget dedizierte Server, die nicht vom Unternehmen administriert werden. Oberste Priorität hat die Wiederherstellung der NS-Server (Nameserver); dafür veranschlagt das Unternehmen die nächsten vier bis fünf Stunden. Parallel wird am Mailsystem gearbeitet.
Bei den Backups gibt Beget Entwarnung: Dateisicherungen stehen für die große Mehrheit der Ressourcen des virtuellen Hostings und der Cloud-Infrastruktur zur Verfügung. Die Datenwiederherstellung läuft, wird wegen der großen Datenmengen aber lange dauern.
Das erlebten die Nutzer
Vor der Mitteilung hatten Kunden von einem umfassenden Ausfall berichtet. Hosting-Panel und Kundenkonto ließen sich nicht öffnen, es gab Verbindungsfehler wie 502 Bad Gateway, und bei Beget gehostete Websites waren nicht erreichbar. Hinzu kamen gravierende Netzwerkprobleme, fehlender Zugriff auf virtuelle Server (VPS), Störungen bei den Mailservern (SMTP) und DNS-Ausfälle.
Das Ausmaß der Folgen werde noch bewertet, daher könne Beget keine verbindlichen Termine für die vollständige Wiederherstellung nennen. Für Geschäftskunden ist die Erklärung höherer Gewalt relevant, weil das Unternehmen damit signalisiert, seine vertragliche Haftung für den Ausfall begrenzen zu wollen. Neue bestätigte Informationen will Beget fortlaufend mitteilen.
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