Anthropic-KI findet kritische Linux-Kernel-Lücke mit Root-Zugriff
Eine unveröffentlichte KI von Anthropic hat eine Lücke im Linux-Kernel gefunden und einen Exploit gebaut, der Admin-Kontrolle über Server ohne Login erlaubt.

Eine KI von Anthropic hat eine schwere Sicherheitslücke im Linux-Kernel aufgespürt und demonstriert, dass sich ein Server damit ohne Anmeldung mit Administratorrechten steuern lässt. Das Unternehmen gab das Ergebnis am 27. Oktober bekannt.
Eingesetzt wurde ein unveröffentlichtes Modell, das Anthropic intern erforscht. Es markierte nicht nur eine verdächtige Stelle im Code, sondern schrieb Angriffscode und bestätigte, dass der Angriff tatsächlich funktioniert.
Was betroffen ist
Das Problem liegt im Kernel, dem Kern von Linux, der grundlegende Aufgaben wie Speicher- und Geräteverwaltung übernimmt. Anthropic führte den Angriff gegen Server vor, die Verbindungen über Multipath TCP annehmen, also über mehrere Netzwerkpfade gleichzeitig.
Durch das Ausnutzen eines Fehlers bei der Verarbeitung des Datenverkehrs erlangte die KI Administratorkontrolle, ohne sich einzuloggen. Nutzer mussten dafür weder einen verdächtigen Link öffnen noch sonst etwas tun.
Red Hat bewertet die Lücke mit 9,8 von 10 Punkten und stuft sie damit in die höchste Schweregradkategorie ein. Auf Desktop-PCs ist Linux wenig verbreitet, doch auf Servern, in Netzwerkgeräten sowie in Industrie und Forschung wird es breit genutzt. Die potenzielle Reichweite ist daher groß.
Was Administratoren tun sollten
Mit Administratorrechten könnten Angreifer gespeicherte Daten wie persönliche Informationen stehlen oder verändern. Der Fix kommt erst auf dem Server an, wenn der Betreiber das vom jeweiligen Linux-Anbieter verteilte Update einspielt.
Für Amazon Linux liegt bereits ein entsprechendes Update vor. Wer Server betreibt, sollte prüfen, ob die eingesetzte Version betroffen ist und ob das nötige Update installiert wurde.
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