Hackerangriff auf Kühlschränke in Polen: Ware gerettet
In Polen haben Hacker Kühlsysteme eines kleinen Lebensmittelladens und eines Großhändlers angegriffen. Mitarbeiter bemerkten den Temperaturanstieg rechtzeitig.

In Polen sind Kühlsysteme von Geschäften zum Ziel von Hackern geworden. Betroffen waren Berichten zufolge ein kleiner Lebensmittelladen und ein Lebensmittelhändler. Der Angriff ereignete sich am Montag.
Die Details sind weitgehend unbekannt. Weder ist klar, welche Unternehmen betroffen waren, noch zu welcher Uhrzeit die Attacke erfolgte. Fest steht: Mitarbeiter bemerkten, dass die Temperatur in den Kühlgeräten stieg. Sie brachten die Lebensmittel in andere Kühlgeräte, die die Angreifer nicht unter ihre Kontrolle gebracht hatten, und konnten die Ware so retten.
Warnung nach den Angriffen in Frankreich
Nach ähnlichen Angriffen in Frankreich Anfang Oktober hatte das Forschungsinstitut NASK geprüft, welche Netzwerke in Polen mit dem Internet verbundene Kühlgeräte betreiben. Es fand 140 Fälle und empfahl, die Geräte vom Netz zu trennen. Nicht alle Betreiber folgten dem Rat.
Marcin Dudek, Leiter von CERT Polska, sagte, derzeit seien rund 70 Geräte, die für Kühlsysteme in solchen Einrichtungen zuständig sind, aus dem Internet erreichbar. Das sind etwa halb so viele wie bei der ersten Prüfung.
Was das bedeutet
Die Zahl der offenen Geräte ist inzwischen gering. Selbst wenn ein erneuter Angriff alle ans Netz angeschlossenen Geräte im Land träfe und die NASK-Warnungen komplett ignoriert würden, blieben die Folgen demnach gering.
Problematisch ist nicht die Überwachung selbst: Gegen das Auslesen der Kühlschrankwerte über das Netz spricht nichts. Das Risiko liegt in der Fernsteuerung. Wer Einstellungen der Kühltechnik von außen ändern kann, kann Waren verderben lassen und Schäden verursachen. Händler sollten diesen Zugriff daher kappen und bei Bedarf nur lesenden Zugriff behalten.
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