Vibecoding: KI lässt Nutzer ihre eigenen Apps bauen
Per Chatbot entstehen maßgeschneiderte Apps, ohne dass man programmieren kann. Die Macht verlagert sich von App-Entwicklern zu den Anbietern der KI-Modelle.

Bisher konnte eine App nur das, was ihre Entwickler vorgesehen hatten. Um sich im Wettbewerb zu behaupten, packten sie immer mehr Funktionen hinein, bis viele Apps aufgebläht waren. Nutzern blieb meist nur der Weg über Verbesserungsvorschläge. Das Vibecoding mit KI verändert dieses Kräfteverhältnis.
Eine App erobert in der Regel den Markt, weil sie ein konkretes Bedürfnis erfüllt: ans Wassertrinken erinnern, die Taschenlampe einschalten oder Fotos teilen. Gibt es Dutzende ähnliche Programme, hilft nur noch mehr Funktionsumfang. Zudem kann kein Entwickler Software auf jeden Einzelnen zuschneiden. Mit einem Sprachmodell als Maßschneider lässt sich nun genau der Knopf bestellen, der fehlt.
Nicht neu, aber viel einfacher
Der Autor der Analyse berichtet, er habe bereits mehrere solcher Apps gebaut: eine Hausautomation, bei der keine Daten sein Netzwerk verlassen, ein Tool zum Entfernen von Bloatware auf Android-Smartphones und eine Familien-Aufgaben-App mit Datenbank auf dem eigenen Server.
Individuelle Automatisierung ist fast so alt wie Software selbst, etwa Excel-Makros, IFTTT, Tasker für Android oder Kurzbefehle unter iOS. Neu ist, dass man nichts vorher lernen muss: Es genügt, in normaler Sprache zu beschreiben, was man will.
Die Macht wandert zu den Modellanbietern
Die „Diktatur“ der Entwickler schwindet, doch echte Freiheit entsteht nur eingeschränkt. Die Macht liegt nun bei den Anbietern der KI-Modelle, also OpenAI, Anthropic, Google, xAI und Co. Was heute wie ein austauschbarer Dienst wirkt, kann zur Abhängigkeit werden, und dafür wird früher oder später kassiert. Für eine gute Vibecoding-App braucht es ein gutes Modell. Das Abo verschwindet also nicht, es zieht von der Entwickler-App in den KI-Tarif um.
Hinzu kommen praktische Grenzen: Die eigene App funktioniert womöglich, ohne dass man genau weiß, warum. Support gibt es nicht, Fehlerbehebung hängt vom Modell ab, und Garantien, dass nichts Sensibles beschädigt wird, existieren nicht.
Der Autor erwartet nicht, dass Vibecoding Entwickler ersetzt, so wenig wie Bild- und Textgeneratoren Designer und Autoren verdrängt haben. Man erhält eine App für sich selbst, nicht eine, die tausende Nutzer verkraftet, sicher ist oder langfristig gepflegt wird. Kurzfristig decken klassische Apps den Bedarf der Mehrheit, während Vibecoding die Lücken füllt, die kein Entwickler schließen kann.
Apps, die sich lohnen
Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.
Sprich mit einem KI-Gesprächspartner; jeder Satz kommt korrigiert und in deiner Sprache erklärt zurück. 9 Sprachen, A1 bis C2.
EDIFACT- und X12-Nachrichten öffnen, jedes Segment verständlich erklärt, in JSON/XML umwandeln, als PDF und Excel exportieren. Läuft lokal, kein Upload.
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