Vectar Energy: Vom Solargenerator zur Carbon-Market-Plattform
Vectar Energy verkaufte zunächst tragbare Solar-Powerstations in Nigeria. Die Plattform ecoWise bündelt nun kleine Solarprojekte für den Zugang zu CO₂-Märkten.

Vectar Energy, ein in Großbritannien registriertes Klimafinanzierungsunternehmen der nigerianischen Gründerin Deborah Fadeyi, hat sich vom Verkauf tragbarer Solar-Powerstations zum Aufbau von Infrastruktur für CO₂-Märkte gewandelt. Kernprodukt ist heute ecoWise: eine Plattform, die kleine Solarprojekte zu einem Portfolio bündelt und ihnen so Märkte öffnet, die sie allein nicht erreichen könnten.
Ein persönlicher Verlust als Antrieb
Fadeyi nennt als Auslöser das Jahr 1999, als eine Freundin an einer Kohlenmonoxidvergiftung durch Generatorabgase starb. Der Energiekommissar des Bundesstaats Lagos, Biodun Ogunleye, sagte 2025, dass dort jährlich etwa 30.000 Todesfälle auf Kohlenmonoxid zurückgehen.
Nach ersten Versuchen mit lokal gefertigten Solargeneratoren 2019 unter dem früheren Unternehmen YettyFlames gründete sie 2020 Vectar Energy. Das erste Produkt, die Vectar Eco, sollte kleine Benzingeneratoren ersetzen. Es folgte die kleinere Vectar Eco Mini, da Haushalte, Händler und Kleinbetriebe unterschiedlichen Strombedarf und unterschiedliche Budgets haben.
Bezahlbarkeit als Hürde
Die lokale Fertigung war für die Zielkunden zu teuer, daher importierte Vectar halbfertige Geräte aus China und stellte sie in Nigeria fertig. 2023 hatte das Unternehmen zahlende Kunden. Doch der Anschaffungspreis blieb ein Hindernis. Kooperationen mit Kreditgebern wie Credit Direct und AltPower scheiterten oft an Kreditauflagen, und auch eigene zinslose Ratenpläne in Lagos und Abuja machten die Geräte nicht erschwinglich genug.
2024 arbeitete Vectar an SUNWISE, einem Mietkaufmodell für Kleinst- und Kleinunternehmen ab 2.000 Naira (1,49 US-Dollar) pro Tag. Im April stieß Habeeb Mustapha als Technikchef hinzu, später wurde er Mitgründer. Zugleich fragte sich das Team, ob vermiedene Emissionen durch den Ersatz von Benzin zu einer Einnahmequelle werden könnten, die Systeme günstiger macht oder weitere Installationen finanziert.
Warum das wichtig ist
Aus dieser Frage entstand ecoWise. Statt dass jede kleine Anlage einzeln in den CO₂-Markt eintritt, bündelt die Plattform viele Installationen und perspektivisch viele unabhängige Entwickler in einem gemeinsamen Rahmen. Für kleine Solarprojekte in Schwellenländern könnte das eine sonst unerreichbare Einnahmequelle erschließen.
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