SyLEx: Französische Forschungsrakete testet für Atomrakete M51.4
ArianeGroups Höhenforschungsrakete SyLEx hat in Biscarrosse ihren ersten operativen Flug absolviert und Experimente für Frankreichs künftige Atomrakete M51.4 an Bord gehabt.

Die Höhenforschungsrakete SyLEx von ArianeGroup hat ihren zweiten Start vom Testzentrum Biscarrosse in den Landes absolviert und damit ihren ersten operativen Flug. Die Rüstungsbehörde DGA überwachte den suborbitalen Flug in der Nacht vom 3. auf den 4. November 2026, während sich die Aufmerksamkeit auf die US-Zwischenwahlen richtete.
Laut ArianeGroup trug SyLEx eine „bedeutende experimentelle Nutzlast“ für die DGA und das Verteidigungsministerium. Um welche Art von Nutzlast es sich handelte, blieb offen. Weder DGA noch ArianeGroup noch das Militär machten Angaben zu den Flugdaten. Bekannt ist nur, dass die Rakete die konventionelle Grenze zum Weltraum bei 100 km überschritt und suborbital blieb, ihre Geschwindigkeit also nicht für eine Umlaufbahn reichte. Der erste Flug, ein erfolgreicher Demonstrationsflug, fand am 28. November 2025 statt.
Fliegender Prüfstand für die M51.4
Die Experimente dienen der Entwicklung der M51.4, einer künftigen Atomrakete, die ArianeGroup im September 2025 übertragen wurde. Sie soll mehr Reichweite und Präzision bieten und gegnerische Abwehr besser durchdringen; der Dienstbeginn wird im Laufe des nächsten Jahrzehnts erwartet. Die DGA verfolgte den Flug mit Radaren und Messmitteln in Biscarrosse und Hourtin sowie mit dem Mess- und Erprobungsschiff Monge. Ministerin Catherine Vautrin sprach von „neuen Experimenten, die für die Entwicklung der M51.4 wesentlich sind“.
Der Start erfolgte weniger als einen Monat nach dem Abschuss einer M51.3 vom U-Boot Le Vigilant am 6. Oktober.
Auch zivile Nutzung
SyLEx steht für Système de Lancement d’Expériences und flog in der einstufigen Version. Eine zweistufige Variante ist in Vorbereitung, der Erstflug soll bis 2027 folgen. ArianeGroup nennt je nach Version Höhen von 140 bis 400 km und Nutzlasten von 300 kg (einstufig) beziehungsweise 600 kg (zweistufig).
Zivile, vor allem europäische Kunden sollen die Rakete für Mikrogravitationsexperimente nutzen können – 4 bis 5 Minuten mit einer Stufe, über 6 mit zwei – sowie für Wiedereintrittstests. In weniger als drei Jahren entwickelt, gibt sie Frankreich eine suborbitale Fähigkeit zurück, die es seit Jahrzehnten nicht hatte. Für den ersten Flug seines Hyperschallgleiters V-MaX im Juni 2023 war das Land noch auf eine US-Rakete angewiesen.
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