Stromnetz zuckt jede Minute: USV-Selbsttests als Ursache entdeckt
Forscher haben geklärt, warum Stromnetze weltweit im Minutentakt kurz zucken: Gleichzeitige Selbsttests von USV-Anlagen und Batteriespeichern lösen das Phänomen aus.

Stromnetze auf der ganzen Welt zucken jede Minute kurz – nun wollen Forscher den Grund gefunden haben. Verantwortlich sind demnach gleichzeitig laufende Selbsttests von unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV) und Batteriespeichern.
Das periodische Zucken galt lange als Rätsel: eine kleine, aber regelmäßige Störung, die in Netzen auf mehreren Kontinenten auftaucht und sich im Minutentakt wiederholt. Die neuen Erkenntnisse deuten auf eine unspektakuläre Quelle hin statt auf einen Fehler im Netz selbst. Geräte, die Rechner, Rechenzentren und andere kritische Technik absichern, sowie stationäre Batteriespeicher prüfen sich regelmäßig selbst. Laufen diese Tests bei vielen Anlagen zur selben Zeit, wird ihr gemeinsames Verhalten im Netz sichtbar.
Warum das wichtig ist
USV-Anlagen und Batteriespeicher werden häufiger, weil Netze mehr erneuerbare Energie aufnehmen und Betreiber auf Batterien als flexible Reserve setzen. Ihre eingebauten Routinen sollen jedes einzelne Gerät zuverlässig halten, können sich aber bei Gleichzeitigkeit auf Netzebene zu einem messbaren Effekt summieren. Wer den Mechanismus kennt, hat für Netzbetreiber und Gerätehersteller einen konkreten Ansatzpunkt, um zu beurteilen, ob der Effekt harmlos ist oder angegangen werden sollte – etwa durch zeitlich versetzte Tests.
Wie groß das Zucken ist und ob Gegenmaßnahmen geplant sind, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Klar ist: Das lange unerklärte Minutenmuster hat nun einen benannten Ursprung in den Selbsttest-Routinen alltäglicher Leistungselektronik.
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