Rubin-Observatorium entdeckt zwei Begleiter der Milchstraße
Das Vera C. Rubin Observatory hat die Zwerggalaxie Aquarius IV und den Sternhaufen Rubin-GC1 aufgespürt. Weitere unentdeckte Begleiter der Milchstraße dürften folgen.

Mit Daten des Vera C. Rubin Observatory in Chile haben Astronomen zwei extrem lichtschwache Objekte entdeckt, die gravitativ an die Milchstraße gebunden sind: die Zwerggalaxie Aquarius IV und den Sternhaufen Rubin-GC1.
Aquarius IV liegt am Rand unserer Galaxie, rund 355.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Zwerggalaxie ist außergewöhnlich schwach, ihr Licht lässt sich kaum vom kosmischen Hintergrund unterscheiden. Rubin-GC1 befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Milchstraße in einer Region, die stark von interstellarem Staub verdeckt wird. Genau das machte die Entdeckung so schwierig.
Vermutlich viele weitere Objekte
Der Fund zeigt, dass die Bestandsaufnahme unserer galaktischen Nachbarschaft noch lückenhaft ist. Bekannt sind derzeit etwa 65 Satellitengalaxien der Milchstraße, theoretische Vorhersagen deuten aber auf Hunderte weitere hin, die noch verborgen sind.
Besonders spannend sind ultraschwache Zwerggalaxien wie Aquarius IV. Sie enthalten vergleichsweise wenige Sterne, ein Großteil ihrer Masse besteht aus Dunkler Materie. Diese unsichtbare Substanz sendet kein Licht aus, beeinflusst aber über ihre Schwerkraft die Bewegung der Sterne und die Entstehung von Galaxien. Genauere Untersuchungen könnten helfen, das Wesen der Dunklen Materie und die Strukturbildung im Universum besser zu verstehen.
Ein Teleskop für diese Aufgabe
Das Observatorium kombiniert das Simonyi-Teleskop mit 8,4 Metern Spiegeldurchmesser und die größte Digitalkamera der Welt mit 3,2 Gigapixeln. Es fotografiert den Südhimmel wiederholt und erstellt so ein ständig aktualisiertes Bild des Universums. Das Team wertete Testdaten von April 2025 bis Januar 2026 aus, die nur etwa 7 Prozent der für die Durchmusterung vorgesehenen Himmelsfläche abdecken. Trotzdem fanden sich zwei neue Objekte.
Als Nächstes sollen spektroskopische Messungen der Sterne in beiden Strukturen folgen. Sie liefern Geschwindigkeiten, erlauben eine Schätzung der Gesamtmasse und zeigen, wie die Objekte mit der Milchstraße wechselwirken. Bestätigt das Observatorium seine Leistungsfähigkeit im vollständigen Survey, könnte sich das Bild der galaktischen Nachbarschaft in den kommenden Jahren deutlich wandeln.
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