Solaranlagen im Haus: Waschmaschinen sollen der Sonne folgen
Ingenieur David Carracedo sagt, Solaranlagen lohnen sich nur passend zum Verbrauch, und erwartet Smart Homes, die Geräte bei verfügbarem Solarstrom starten.

Mehr als 36.000 spanische Haushalte haben 2025 Solaranlagen installiert, so der Verband UNEF. Doch Photovoltaik auf dem Dach spart nicht immer so viel, wie Besitzer erwarten. „Es kommt darauf an“, sagt David Carracedo, Bauingenieur und Experte für Hydraulik und Energie: darauf, wie viel man verbraucht, wann man verbraucht und wie das Haus beschaffen ist.
Anlage an die Gewohnheiten anpassen
Module sparen Geld, wenn man den erzeugten Strom selbst nutzt. Bei einem Zweitwohnsitz, den man nur am Wochenende besucht, kann sich die Investition kaum lohnen. Auch Schatten von Gebäuden oder Bäumen mindert den Ertrag, und ein frei stehendes Haus lässt sich meist leichter ausrüsten als eine Wohnung in einer Eigentümergemeinschaft. Der häufigste Fehler sei, Module zu installieren, ohne zuvor zu prüfen, zu welchen Uhrzeiten Strom verbraucht wird. Die beste Anlage sei nicht die größte, sondern die, die auf den tatsächlichen Alltag der Familie zugeschnitten ist.
Wenn er für die nächsten zwei Jahrzehnte nur eine Verbesserung wählen könnte, wäre es die Dämmung der Gebäudehülle: „Die billigste und nachhaltigste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen müssen.“ Danach folgten effiziente Heiz- und Kühlsysteme wie Wärmepumpen in passender Größe. Beim Wasser setzt er auf einfache Maßnahmen wie Lecks beheben, sparsame Armaturen und Spülkästen mit Zwei-Mengen-Spülung statt aufwendiger Wiederverwendungssysteme.
Geräte, die auf die Sonne warten
In 10 bis 20 Jahren, so Carracedo, wird man Strom- und Wasserverbrauch fast in Echtzeit kennen. Intelligente Häuser starten Warmwasserspeicher, Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden des Elektroautos, sobald Solarenergie verfügbar ist. Gemeinschaftlicher Eigenverbrauch soll Nachbarn erlauben, den Strom desselben Dachs zu nutzen.
Heute bieten viele Waschmaschinen und Spüler einen verzögerten Start. Der Unterschied: Die Uhrzeit wählt der Nutzer, und das Gerät weiß nicht, ob gerade die Sonne scheint. Nach dem CNMC-Tarif 2.0TD gelten werktags 10 bis 14 und 18 bis 22 Uhr als teure Spitzenzeiten; nachts, an Wochenenden und nationalen Feiertagen ist Talzeit.
Die Technik rückt näher. Matter 1.4, im November 2024 veröffentlicht, enthält ein Energiemanagement für Geräte, die ihren Start nach Verbrauchsprognosen verschieben können, und unterstützt Solarwechselrichter, Batterien und Wärmepumpen. Dass der Standard es erlaubt, heißt aber nicht, dass die eigene Waschmaschine es kann. Das Energie-Dashboard von Home Assistant und Home Connect sind weitere Ansätze.
Im spanischen Eigenverbrauch kamen 2025 36.330 Haushalte und 229 MW hinzu, 17 Prozent weniger als die 275 MW von 2024. UNEF führt das teils auf das Ende oder die Unsicherheit von Förderungen zurück sowie auf sinkende Preise für Überschüsse in freien Tarifen.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
Gefälschte Claude-Code-Erweiterung traf bis zu 5.000 Cursor-Nutzer

Invictus: Europas Hyperschallflugzeug für Mach 5 nimmt Hürde

Meta scheitert in Paris: Datenpflicht bei Presse-Leistungsrechten bleibt

VCAT.AI: CREAGEN Lab wächst bei KI-Videos um 343 Prozent
Mehr aus: Software
Alle anzeigen →
EUDI-Wallet d-you: Projektleiter verteidigt Start ohne Pseudonym

GitHub rüstet auf: 4 Millionen CPU-Kerne gegen den KI-Ansturm

MAX-Messenger: Neue Werkzeuge für Kanalbetreiber gestartet
