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Invictus: Europas Hyperschallflugzeug für Mach 5 nimmt Hürde

Das europäische Hyperschall-Demonstrator-Projekt Invictus hat seine erste Anforderungsprüfung bestanden. Ziel ist Mach 5, rund 6.000 km/h, Triebwerkstests um 2032.

Concept illustration of a slender hypersonic aircraft flying at high altitude above the Earth's curvature.
Bild: Numerama

Invictus, das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA unterstützte experimentelle Hyperschallflugzeug, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Stephan Carroll, Chefingenieur für Invictus beim britischen Ingenieurbüro Frazer-Nash, das das Projekt leitet, gab am 23. Oktober bekannt, dass das Programm im März 2026 seine erste System Requirements Review (SRR-1) bestanden hat.

Konkret heißt das: Das Lastenheft des Flugzeugs wurde erstmals bestätigt. Nach aktuellem Entwurf soll die Maschine die Ziele bei Geschwindigkeit, Aerodynamik und Antrieb erreichen können. Frazer-Nash wartete sieben Monate mit der Mitteilung, bis die nächsten Schritte mit der ESA und der britischen Raumfahrtagentur abgestimmt waren. Die nächste Prüfung, SRR-2, ist für Oktober 2027 geplant.

Aufbauend auf Skylon

Invictus nutzt Arbeiten am Raumflugzeug Skylon von Reaction Engines. Das Unternehmen, langjähriger Partner von BAE Systems und der ESA, ging Ende Oktober 2024 in die Insolvenz, weil es keine neuen Investoren fand. Die ESA behielt Teile des Erbes, vor allem den Wärmetauscher, der die heiße, einströmende Luft in Sekundenbruchteilen abkühlt.

Im Juli 2025 schloss die ESA mit Frazer-Nash einen Vertrag über 7 Millionen Euro für den Entwurfsstart. Der wiederverwendbare Demonstrator soll auf einer gewöhnlichen Piste starten und landen und in großer Höhe Mach 5 erreichen, etwa 6.000 km/h und damit zweieinhalbmal so schnell wie die Concorde. Der Antrieb soll mit Wasserstoff laufen, der als emissionsärmer als Kerosin gilt.

Erstflug dürfte sich verschieben

Frazer-Nash peilte einen Erstflug Anfang 2031 an. ESA-Technikchef David Perigo sprach im Juni 2026 jedoch von Tests mit integriertem Antrieb um 2032. Der Erstflug könnte sich damit um mindestens ein Jahr verzögern.

Die ESA sieht in Invictus einen Prüfstand für künftige Raumflugzeuge, die wie ein Flugzeug starten und wie eine Rakete in den Orbit gelangen. Frazer-Nash-Chefin Sarah Wilkes nennt zudem militärische Anwendungen. Passagiere sind nicht vorgesehen, kommerzielle Flüge mit Mach 5 gibt es nicht.

Die Konkurrenz schläft nicht: Die NASA testet seit Oktober 2025 die leise Überschallmaschine X-59, und Dassault Aviation arbeitet in Europa am Raumflugzeug Vortex.

Schlagwörter:invictusesahypersonicfrazer-nashskylonmach 5

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