Scottish Widows investiert Rentengelder in britische Deeptech
Scottish Widows, Aberdeen Investments und IP Group legen erste Investments eines Fonds für betriebliche Altersvorsorge in britische Quanten-, Batterie- und Genomikfirmen vor.

Scottish Widows, Aberdeen Investments und IP Group haben die ersten Investitionen des CG Scottish Widows Growth LTAF bekannt gegeben. Der Fonds leitet Gelder aus der betrieblichen Altersvorsorge in wachstumsstarke britische Wissenschafts- und Technologieunternehmen.
Laut den Beteiligten gehört der Fonds zu den ersten britischen Pensionsprogrammen, die das Kapital ihrer Mitglieder aktiv in britisches Wachstumskapital (Venture Growth) investieren. Geduldiges institutionelles Kapital soll dabei auf Unternehmen mit großem Potenzial treffen.
Die ersten vier Beteiligungen
Zum Startportfolio zählt Oxford Quantum Circuits, das kommerziell verfügbare Quantencomputer-Systeme baut. Quantum Motion entwickelt skalierbare, siliziumbasierte Quantencomputer, die für den Masseneinsatz gedacht sind.
Hinzu kommen Nyobolt, dessen extrem schnell ladende Batterietechnik die Hochleistungs-Energiespeicherung voranbringen soll, sowie Genomics Limited. Das Unternehmen nutzt KI, maschinelles Lernen und große genetische Datensätze für präventive Gesundheitsvorsorge und die Wirkstoffforschung.
So ist das Modell aufgebaut
Aberdeen Investments verwaltet den Wachstums-Teilfonds für Scottish Widows und hat IP Group mit der Steuerung eines britischen Venture-Growth-Portfolios beauftragt. So erhalten Sparer in der betrieblichen Altersvorsorge Zugang zu Private Markets. Die Partner betonen, das Modell lasse sich im Rahmen des globalen Private-Markets-Auftrags des Fonds schrittweise ausbauen.
Das Mandat zielt auf einen Engpass der britischen Innovationswirtschaft: Es fehlt an substanzieller Anschlussfinanzierung für Firmen, die bereit für Kommerzialisierung und Expansion sind.
Peter Fitzgerald, Chief Investment Officer von Scottish Widows, erklärte, Sparer sollten vom Wachstum und der Innovation im Vereinigten Königreich profitieren können – mit Zugang zu Anlagen, die bislang vor allem institutionellen Investoren offenstanden. Nalaka De Silva von Aberdeen Investments sagte, es mangele Großbritannien nicht an Spitzenforschung, Unternehmergeist oder Talenten, wohl aber an geduldigem heimischem Kapital. „Diese Partnerschaft macht aus Absicht Investitionen“, so De Silva.
Für Gründer könnte das eine neue Quelle für Wachstumsfinanzierung im eigenen Land bedeuten. Für Versicherte soll es bessere Renten ermöglichen.
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