Rostelecom plant unterirdische Rechenzentren mit drei Schutzstufen
Rostelecom will unterirdische Rechenzentren mit erhöhtem Schutz vor äußeren Bedrohungen bauen. Mit Nornickel soll es bereits Gespräche über ein erstes Projekt geben.

Der russische Telekommunikationsanbieter Rostelecom plant den Bau „unterirdischer“ Rechenzentren, die besser vor äußeren Bedrohungen geschützt sein sollen. Das berichten Medien unter Berufung auf Quellen. Die neue Infrastruktur soll auf drei Schutzebenen beruhen.
Drei Schutzebenen
Die erste Ebene ist ein Ausweichstandort, an dem Kopien der Daten liegen. Wird die Hauptinfrastruktur beschädigt, bleiben die Informationen erhalten.
Die zweite Ebene verteilt Rechenleistung und Dienste auf mehrere geografisch getrennte Standorte. Fällt ein Standort aus, bricht nicht das gesamte System zusammen.
Die dritte Ebene umfasst den Bau unterirdischer Rechenzentren. Ein Topmanager von Rostelecom bezeichnete solche Anlagen als das am besten geschützte Rechenzentrumsformat, das derzeit in Betracht gezogen wird.
Gespräche mit Nornickel
Aktuell verhandelt Rostelecom mit dem Bergbau- und Metallkonzern Nornickel über ein unterirdisches Rechenzentrum, so eine Quelle aus dem Umfeld der Gespräche. Weitere Einzelheiten zum Projekt nannte sie nicht.
Laut den Angaben legt Rostelecom die Parameter der Infrastruktur nach den Anforderungen des jeweiligen Kunden und dessen finanziellen Möglichkeiten fest. Das Schutzniveau dürfte also nicht einheitlich ausfallen: Je nach Budget und Risikobereitschaft wählen Kunden zwischen Ausweichstandort, verteilter Rechenleistung oder einer komplett unterirdischen Anlage.
Was das bedeutet
Für Unternehmen, die auf dauerhaften Datenzugriff angewiesen sind, wird physische Ausfallsicherheit neben Kapazität und Preis zum Verkaufsargument. Unterirdische Standorte stehen am teuren Ende dieser Skala und dürften vor allem große Industriekunden mit kritischen Systemen ansprechen.
Die Pläne befinden sich noch im Diskussionsstadium. Weder ein Bauzeitplan noch Investitionssummen wurden genannt, und zu den Gesprächen mit Nornickel gibt es bislang keine angekündigte Vereinbarung.
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