LLMjacking: Hacker lassen Firmen 100.000 Dollar täglich zahlen
Mandiant und die Google Threat Intelligence Group warnen: LLMjacking, also die Nutzung fremder KI-Zugänge auf Kosten der Opfer, wird industriell betrieben.

Cyberkriminelle nutzen künstliche Intelligenz zunehmend auf Rechnung anderer. In einem Bericht vom 2. November 2026 beschreiben Mandiant, die Cybersicherheitstochter von Google, und die Google Threat Intelligence Group (GTIG), wie sich diese Praxis unter dem Namen „LLMjacking“ industrialisiert hat. Die Kernzahl: Kosten von mehr als 100.000 Dollar pro Tag für betroffene Organisationen.
Was LLMjacking bedeutet
Das Prinzip ist einfach: Ein Angreifer nutzt KI-Dienste, und ein anderes Unternehmen bezahlt die Rechnung. Den Begriff prägte 2024 das Sicherheitsunternehmen Sysdig, die Praxis war damals bereits dokumentiert. Neu am aktuellen Bericht sind das Ausmaß und der Organisationsgrad der Angriffe.
Vorfälle in mehreren Branchen
Mandiant und GTIG belegen den Trend mit mehreren Vorfällen aus dem Jahr 2026. Betroffen waren Unternehmen aus Finanzwesen, Technologie, Handel und Transport. Das Problem beschränkt sich also nicht auf eine einzelne Branche.
Für Unternehmen ist das Risiko ebenso finanziell wie technisch. Ein kompromittiertes Konto mit Zugriff auf KI-Modelle kann Nutzungskosten verursachen, ohne dass der Eigentümer es bemerkt, und die Rechnung landet beim Opfer statt bei dem, der die Anfragen gestellt hat. Die im Bericht genannten Summen zeigen, wie schnell solche Kosten steigen können.
Warum das wichtig ist
Wer generative KI einführt und mit seiner Cloud-Umgebung verbindet, macht die Zugangsdaten und Konten hinter diesen Diensten zu eigenen Angriffszielen. Die zentrale Botschaft des Berichts lautet, dass LLMjacking nicht länger als Randerscheinung gelten darf, sondern als etablierte, organisierte Betrugsform.
Mit der Veröffentlichung durch zwei Sicherheitsteams von Google wird das vor zwei Jahren von Sysdig benannte Phänomen weiter dokumentiert. Sicherheits- und Finanzabteilungen erhalten damit konkrete Fälle aus 2026, an denen sie ihr eigenes Risiko messen können.
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