Marble sammelt 3,75 Mio. Dollar für KI-Kollegen, die zuschauen
Das Münchner Startup Marble Cognition erhält 3,75 Millionen Dollar Pre-Seed-Kapital für KI-Agenten, die Arbeitsabläufe beobachten und dann übernehmen.

Das KI-Startup Marble Cognition hat in einer Pre-Seed-Runde 3,75 Millionen Dollar eingesammelt. Angeführt wird die Finanzierung von Heartcore und Seedcamp. Beteiligt sind außerdem Business Angels, darunter ein Verwaltungsratsmitglied von Datadog, ein Personio-Gründer sowie Führungskräfte von McKinsey, Mistral AI und Lovable.
Marble wurde Ende 2025 von Felix Rösner und Christophe Schmit gegründet und setzt an einem verbreiteten Problem der Automatisierung an: Viele Unternehmen wissen nicht genau, wie ihre Arbeit tatsächlich abläuft. Wichtiges Wissen steckt in E-Mails, Tabellen und den Köpfen der Mitarbeitenden. Deshalb ist unklar, welche Aufgaben sich automatisieren lassen und wie eine KI sie erledigen soll.
Die Lücke ist groß. Laut McKinsey könnten sich mit bestehender Technik theoretisch rund 57 Prozent der Arbeitsstunden in den USA automatisieren lassen. Marble zufolge sind bei seinen Kunden etwa 90 Prozent der zentralen Geschäftsprozesse nicht formal dokumentiert.
So arbeiten die Marble Coworkers
Die Plattform analysiert, wie Beschäftigte ihre täglichen Aufgaben erledigen, und wandelt das in strukturierte Prozesslandkarten um, die KI-Systeme verstehen können. Daraus entstehen KI-Agenten, die „Marble Coworkers“. Sie führen Prozesse mit den vorhandenen Tools des Unternehmens aus; bei Aufgaben, die Urteilsvermögen oder Freigaben erfordern, bleibt der Mensch eingebunden.
Beobachtet wird über eine Desktop-Anwendung, die Abläufe in Geschäftsanwendungen erfasst, darunter Bildschirmaktivität, Klicks und Tastatureingaben. Nach Angaben von Marble werden die Daten anonymisiert, bevor Mitarbeitende oder KI-Modelle darauf zugreifen, und aggregiert statt individuell ausgewertet. Private Anwendungen, private Browser-Tabs und Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit werden nicht überwacht; Beschäftigte können die Erfassung jederzeit pausieren.
„Jedes Unternehmen, mit dem wir sprechen, will, dass KI echte Arbeit übernimmt. Aber niemand kann der KI sagen, wie diese Arbeit tatsächlich gemacht wird. Das lösen wir zuerst“, sagt Rösner. „Unsere Coworker sehen zu, wie die Arbeit passiert, bevor sie sie übernehmen.“
Wie es weitergeht
Laut Marble ist die Technologie bereits bei Organisationen wie EGYM, Mutares und Enam im Einsatz, außerdem bei weiteren Technologieunternehmen und von Private Equity getragenen Firmen. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Inferenz-Kapazitäten ausbauen, das Engineering-Team in München vergrößern und den Start in den USA vorbereiten.
Apps, die sich lohnen
Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.
Sprich mit einem KI-Gesprächspartner; jeder Satz kommt korrigiert und in deiner Sprache erklärt zurück. 9 Sprachen, A1 bis C2.
EDIFACT- und X12-Nachrichten öffnen, jedes Segment verständlich erklärt, in JSON/XML umwandeln, als PDF und Excel exportieren. Läuft lokal, kein Upload.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
Meta Muse: KI-Agent boomt beim Einkaufen, Händler sperren ihn aus

Avito testet Personal Chats mit separatem Profil ohne Anzeigen

Mercado Bitcoin stoppt Auszahlungen nach Verlust von 40 Mio. Dollar



