Li Auto: Neue Welle gestohlener Master-Konten in Russland
In Russland werden erneut Master-Konten von Li-Auto-Fahrern gekapert. Rund 20 Betroffene können ihre SUVs teils nicht starten, Angreifer verlangen Geld.

Besitzer von Li-Auto-SUVs (Lixiang) in Russland melden eine neue Welle gestohlener Master-Konten. Laut Alexander Rasskazov, Mitgründer des Besitzerclubs für Russland und die GUS, sind bisher rund 20 Betroffene bekannt.
Das Konto dient als digitaler Schlüssel des Fahrzeugs. Nach einem Hack verlieren manche Fahrer die Kontrolle über die Klimaanlage, können das Display nicht einschalten und den Motor nicht starten. Anschließend melden sich die Täter und fordern Geld. Der offizielle Importeur Sinomach Auto hat die Kontoübernahmen bestätigt.
Lösegeld für das Konto
Ein Besitzer berichtete, sein Wagen sei nicht angesprungen, alle Bildschirme im Innenraum seien ausgefallen. Mit dem physischen Schlüssel konnte er losfahren, doch das System verlangte erneut die Anmeldung im Konto. Danach meldete sich ein Angreifer und forderte 45.000 Rubel für die Rückgabe des Master-Kontos. Der Fahrer erstattete Anzeige bei der Polizei.
Es ist nicht die erste Welle. Im Sommer 2025 wurden 47 gehackte Profile bekannt, die Täter verlangten durchschnittlich 250.000 Rubel für die Wiederherstellung des Zugangs.
Bezahlte virtuelle Nummern schützen nicht mehr
Damals ließ sich ein Konto absichern, indem man beim Dienst eSender, der Nummern für China, Hongkong, die USA, Großbritannien und Polen anbietet, eine Nummer auf den eigenen Pass registrierte. Inzwischen übernehmen Betrüger auch Konten mit bezahlten eSender-Nummern.
Sinomach Auto teilt mit, Li Auto arbeite an besseren Schutzmechanismen und weiteren Verfahren zur Verifizierung der Fahrzeugbesitzer. Zudem würden Konten von chinesischen Telefonnummern auf E-Mail-Adressen umgestellt. Einen Zeitplan nennt der Importeur nicht.
Der Fall zeigt, wie stark vernetzte Autos an einem einzigen Cloud-Konto hängen: Wird es gekapert, kann das Fahrzeug selbst unbrauchbar werden.
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