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Wirtschaft·1 Min. Lesezeit

Russland verzichtet auf 100-Rubel-Zollgebühr für Auslandspakete

Das russische Finanzministerium streicht die geplante Gebühr von 100 Rubel pro Paket aus ausländischen Onlineshops. Ab 2027 soll stattdessen 22 % Mehrwertsteuer gelten.

Parcels from foreign online stores stacked on a customs counter next to a calculator.
Bild: rb.ru

Das russische Finanzministerium hat seine Pläne für eine Zollgebühr von 100 Rubel pro Paket aus ausländischen Onlineshops aufgegeben. Der stellvertretende Finanzminister erklärte in der Staatsduma, es sei nicht vorgesehen, sowohl Mehrwertsteuer als auch eine Zollgebühr einzuführen.

Vorgeschlagen worden war die Gebühr am 24. September 2026 im Rahmen eines Pakets haushaltsrelevanter Änderungen für die Jahre 2027 bis 2029. Sie sollte für Sendungen des grenzüberschreitenden Onlinehandels bis zu einem Wert von 200 Euro gelten, also im Bereich der zollfreien Grenze der Eurasischen Wirtschaftsunion.

Laut dem Vize-Minister bereitet die Regierung eine Änderung vor, die die Gebühr vor der zweiten Lesung aus dem Gesetzentwurf zur Änderung der Abgabenordnung streicht.

Mehrwertsteuer von 22 % bleibt

An der Mehrwertsteuer auf den grenzüberschreitenden Onlinehandel hält das Ministerium fest. Ab 2027 soll auf Einkäufe in ausländischen Onlineshops der Höchstsatz von 22 % erhoben werden. Allein dadurch steigt die Steuerlast der Unternehmen, was das Ministerium als Grund anführt, keine zweite Abgabe hinzuzufügen.

Die Behörde begründet den Schritt mit dem Ziel, gleiche Wettbewerbsbedingungen für den stationären Handel und Online-Plattformen zu schaffen. Im russischen Einzelhandel fällt bereits der allgemeine Satz von 22 % an, während für Auslandsbestellungen bislang andere Regeln gelten.

Folgen für Käufer

Der stellvertretende Minister betonte zudem, die Steuer solle nicht zu höheren Preisen führen. Es gehe darum, denselben Mehrwertsteuersatz auf Waren unabhängig vom Verkaufsort anzuwenden.

Für Verbraucher und Marktplätze entfällt mit der Gebühr ein Pauschalbetrag, der vor allem Bestellungen mit niedrigem Warenwert getroffen hätte. Wie die Regeln am Ende aussehen, zeigt sich in der zweiten Lesung in der Duma.

Schlagwörter:russiaministry of financevatcross-border e-commercecustoms feetax code

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