Russische IT-Konzerne gegen Einschränkung einfacher E-Signaturen
Der Verband Big Data warnt: Ein Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums würde einfache elektronische Signaturen aus HR-Prozessen drängen und Firmen Millionen Rubel kosten.

Große russische Technologiekonzerne wehren sich gegen einen Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums, der bestimmte Arten elektronischer Signaturen im Arbeitsverhältnis einschränken soll. Der Verband Big Data (ABD) hat seine Einwände in einem Brief an das Wirtschaftsministerium dargelegt.
Der Entwurf, an dem seit Jahresbeginn gearbeitet wird, ändert das Arbeitsgesetzbuch. Er sieht vor, dass der Messenger Max beim Signieren von Dokumenten zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten genutzt werden kann. Laut Arbeitsministerium soll Max ein zusätzlicher Kommunikationsweg werden; Dokumente sollen über Gosuslugi eingesehen und mit Goskey unterzeichnet werden.
Kosten für Arbeitgeber
Wird der Entwurf beschlossen, müssten Unternehmen ihre Informationssysteme laut ABD entweder an die staatliche Infrastruktur anbinden oder auf andere Signaturarten ausweichen. Der erste Weg koste jedes Unternehmen rund 32 Millionen Rubel für den Anschluss an die Gosuslugi-Infrastruktur. Der zweite verursache bis zu 100 Millionen Rubel jährlich für den Versand von Autorisierungscodes per SMS oder über Max.
Derzeit könnten Beschäftigte gewöhnliche Dokumente in den Firmensystemen per Login und Passwort unterschreiben. Nach dem aktuellen Entwurf müssten sie für jedes elektronische Dokument eine Zwei-Faktor-Authentifizierung im System ESIA durchlaufen. Der Verband kritisiert, dass die einfache Signatur im System des Arbeitgebers selbst für Alltagsdokumente wie Urlaubsanträge ausgeschlossen wäre, was einen Umbau der Personalprozesse erzwinge.
Zudem lasse sich die Änderung so lesen, dass Arbeitgeber verpflichtet seien, Beschäftigten den Zugang zu Dokumenten in Max zu ermöglichen. Max erklärte, Nachrichten zur Goskey-Signatur seien für Unternehmen kostenlos.
Abhängigkeit von staatlichen Systemen
Aleksej Borschtschow vom Avandoc-Ökosystem bei KORUS Consulting sagt, ein Anschluss an ESIA sei technisch möglich, für ein Unternehmen aber ein vollwertiges Infrastrukturprojekt. Nötig seien die Registrierung von Organisation und System, zertifizierte Kryptowerkzeuge, ein gesicherter Kanal und eine Prüfung der IT-Sicherheitsanforderungen. Die Schätzung von 32 Millionen Rubel teilt er.
Das Hauptrisiko sieht er in der Abhängigkeit von fremder Infrastruktur: Fällt Gosuslugi aus, könne ein Unternehmen weder Urlaub genehmigen noch Beschäftigte eine Anordnung zur Kenntnis nehmen lassen.
Das Wirtschaftsministerium bestätigte den Eingang des Briefs und kündigte eine Bearbeitung im vorgesehenen Verfahren an. Das Arbeitsministerium erklärte, der Entwurf habe die öffentliche Konsultation durchlaufen und werde anhand von Arbeitgebervorschlägen überarbeitet.
Apps, die sich lohnen
Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.
Sprich mit einem KI-Gesprächspartner; jeder Satz kommt korrigiert und in deiner Sprache erklärt zurück. 9 Sprachen, A1 bis C2.
EDIFACT- und X12-Nachrichten öffnen, jedes Segment verständlich erklärt, in JSON/XML umwandeln, als PDF und Excel exportieren. Läuft lokal, kein Upload.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →Hypersonica sammelt 100 Millionen Euro für Hyperschallwaffen ein

EV Index 2026: Frankreichs Ladenetz eilt der Nachfrage voraus

Renault Twingo führt Elektro-Zulassungen in Frankreich an

FDJ UNITED Ventures: 110-Millionen-Fonds setzt auf Frühphasen-Startups
Mehr aus: Wirtschaft
Alle anzeigen →
EU: Neue 2-Euro-Zollgebühr trifft Temu, Shein und AliExpress

Apple kauft Ascend.io: KI-Agenten für die Datenanalyse

Rostelecom plant unterirdische Rechenzentren mit Nornickel
