Revolut setzt auf chinesisches KI-Modell GLM-5.1 und spart massiv
Revolut betreibt das offene Modell GLM-5.1 auf eigenen Nvidia-B200-Servern und gibt an, die KI-Kosten auf ein Zehntel der früheren Anthropic-Rechnung gesenkt zu haben.

Revolut hat die KI-Werkzeuge für seine Entwickler auf GLM-5.1 umgestellt, ein Open-Weight-Modell des chinesischen Labors Z.ai. Nach Unternehmensangaben sank die KI-Rechnung auf etwa ein Zehntel dessen, was zuvor an Anthropic floss. Zudem will die Online-Bank die Zeit fürs Programmieren um 60 Prozent und die Lieferzeiten um 70 Prozent verkürzt haben.
David Abitbol, Leiter der KI-Operationen bei Revolut, stellte die Strategie Mitte Oktober auf einer Konferenz in New York in einem Vortrag von rund zehn Minuten vor. Die Aufzeichnung erschien am 29. Oktober auf YouTube. Die Zahlen stützen sich auf Daten von 2.000 Ingenieuren.
Von Gemini und Claude Code zu GLM
Laut Abitbol verkürzte Gemini Anfang 2025 die Programmierzeit um 20 und die Lieferzeit um 10 Prozent. Danach setzte Revolut verstärkt auf Anthropics Claude Code, allerdings mit strengen Ausgabengrenzen, nachdem einzelne Ingenieure Tausende Dollar im Monat verbrauchten, ohne viel Ertrag. Claude Code habe damals nicht viel bewirkt. Im April 2026 sprangen die Produktivitätswerte mit dem Wechsel auf GLM-5.1, das ohne Token-Limit nutzbar ist.
Maschinen statt Nutzung bezahlen
Da die Gewichte von GLM öffentlich sind, betreibt Revolut das Modell selbst auf 56 Nvidia-B200-Chips. Die Abrechnung hängt nicht mehr vom Verbrauch ab, die Ingenieure können die KI also nutzen, „ohne Schuldgefühle“, wie Abitbol sagte. Kostenlos ist das nicht: Revolut zahlt die Hardware und muss nachrüsten, wenn die Nachfrage steigt. Er nannte durchschnittlich 30 Cent pro Million Tokens.
Die Feinabstimmung war aufwendig. Die Wartezeit bis zur ersten Antwort sank von über 10 auf 1,6 Sekunden, bei gleicher Chipzahl und steigender Last von 3 auf über 7 Anfragen pro Sekunde.
Zu Bedenken gegenüber chinesischen Modellen sagte Abitbol, man lade lediglich die Gewichte herunter und betreibe sie bei einem US-Dienst, nicht über einen Dienst in China. Die Daten blieben in der EU oder in Ländern mit gleichwertigem Datenschutz. Die Assistenten arbeiten in einer isolierten Umgebung mit vorab definierten Operationen, ein Mensch behält die Kontrolle. Risiken des Modells selbst oder des erzeugten Codes thematisierte er nicht.
Da die Lieferzeit stärker sank als die Programmierzeit, folgert Revolut, dass das Schreiben von Code nicht der Hauptengpass war. Offene Modelle haben Priorität, Claude Code, Codex und Gemini bleiben für bestimmte Einsätze verfügbar.
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