ND-Cloud von Google: Kritik an Plattform für deutsche Geheimdienste
BND, MAD und Verfassungsschutz sollen mit der ND-Cloud eine Google-Plattform für geheime Daten erhalten. Kritiker sehen die digitale Souveränität gefährdet.

Die deutschen Nachrichtendienste sollen eine gemeinsame Plattform zum Austausch geheimer Daten bekommen, und der Anbieter ist Google. Die sogenannte ND-Cloud soll BND, Militärischem Abschirmdienst (MAD) und Verfassungsschutz dienen. Das Vorhaben stößt in der Debatte um digitale Souveränität auf scharfe Kritik.
Was die ND-Cloud ist
Bei der ND-Cloud handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Public- oder Private-Cloud-Instanz. Sie ist eine vom Internet abgekoppelte, sogenannte Air-Gapped-Version der Google Distributed Cloud. Sie soll die Zusammenarbeit der Behörden erleichtern.
Kritiker sehen dennoch eine Abhängigkeit: Google-Software bleibe Google-Software. Knüpfe der US-Konzern Updates an Bedingungen, welche die Dienste nicht erfüllen können oder wollen, sei es mit dem schnellen Datenaustausch vorbei.
Alternativen sind vorhanden
Die Kritik fällt in eine Phase, in der sich die Politik beim Thema digitale Souveränität spürbar bewegt hat. Millionenverträge mit Microsoft wurden hinterfragt, Pilotprojekte in den Verwaltungen von Schleswig-Holstein und Berlin stellten Open Source in den Vordergrund. Microsoft selbst musste sein Angebot für den europäischen Markt nachbessern.
Auf der Smart Country Convention in Berlin stellte das Zentrum für Digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung (Zendis) eine neue Version seiner Kollaborationssoftware Opendesk vor. Sie integriert agentische KI und soll air-gap-fähig sein. Konzipiert wurde sie ausdrücklich für Behörden. Mit Element, das auf Matrix basiert, setzen deutsche Behörden zudem bereits einen verschlüsselten Messenger produktiv ein.
Wo Nicht-Europäer noch nötig sind
In manchen Bereichen bleibt die Zusammenarbeit mit nicht-europäischen Firmen unabdingbar. In der EU baut bislang niemand KI-Beschleuniger, die mit Nvidia, Google oder Huawei mithalten können. Wo Alternativen existieren, sollte der Staat jedoch als Ankerkunde auftreten. Das stärke die deutsche und europäische Wirtschaft und erlaube es Behörden, interoperable Open-Source-Tools nach Bedarf zu kombinieren. Für den Austausch mit ausländischen Partnerdiensten bliebe Google weiter eine Option.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
PECOP: Fahrerloser Minibus auf Abruf nutzt 5G-Kameras

Sony stellt letzten UHD-Blu-ray-Player UBP-X700/K ein

Windows 11 Cloud Rebuild: Neuinstallation ohne USB-Stick


