PECOP: Fahrerloser Minibus auf Abruf nutzt 5G-Kameras
Forscher aus Österreich und China testen mit PECOP einen autonomen Elektrobus für 15 Personen, der per Bestellung kommt und per 5G Kameradaten der Straße nutzt.

Forschende aus Österreich und China haben ein fahrerloses Nahverkehrssystem entwickelt, das ohne festen Fahrplan auskommt und nur bei Bedarf fährt. Das erste Fahrzeug, ein Elektro-Minibus für bis zu 15 Fahrgäste, wird bereits im realen Straßenverkehr erprobt.
Das Projekt PECOP leitet die Technische Universität Graz gemeinsam mit chinesischen Partnern. Fahrgäste melden ihren Fahrtwunsch, ein zentrales System plant die Route und berücksichtigt dabei weitere Bestellungen. So kann ein Minibus mehrere Personen mit ähnlichem Ziel bedienen. Angestrebt ist ein Angebot rund um die Uhr, wobei der Bus nicht ständig umherfährt: Leerlaufzeiten dienen etwa dem Laden. Weitere Demonstratoren sind in Österreich geplant.
Kameras an Kreuzungen als zusätzliche Augen
Kernstück ist die sogenannte geteilte Wahrnehmung. Neben eigenen Kameras, Radar und Lidar erhält der Minibus Daten von Kameras an schwer einsehbaren Stellen wie Kreuzungen oder Kurven, übertragen per 5G. So soll er etwa einen Fußgänger hinter einem geparkten Lkw oder einen Radfahrer hinter einem Gebäude früher erkennen als mit eigenen Sensoren.
Die Abhängigkeit von externer Infrastruktur wirft die Frage nach der Sicherheit auf. Laut den Forschenden verfügt PECOP über einen unabhängigen Sicherheitsmechanismus, der das Fahrzeug bei Verbindungsverlust kontrolliert anhält. Das System geht also nicht davon aus, dass die Verbindung immer besteht.
Virtuelle Stadt und Flottenplanung
Vor den Fahrten auf der Straße wurde das Fahrzeug in Simulationen mit digitalen Zwillingen realer Straßen geprüft, samt Gebäuden und Kreuzungen. Dort lassen sich seltene, aber gefährliche Situationen wiederholt testen, etwa einen plötzlich auftauchenden Fußgänger, ohne jemanden zu gefährden. Reale Tests ersetzen die Simulationen nicht, da kein Modell menschliches Verhalten vollständig abbildet.
Die chinesischen Partner entwickelten eine dynamische Routenplanung, die Bestellungen, Fahrzeugpositionen, Verkehrslage und Akkustand berücksichtigt. Steigt die Nachfrage in einem Stadtteil, könnte ein zusätzlicher Minibus dorthin geschickt werden. Laut den Forschenden könnte kluge Ladeplanung zudem kleinere Akkus ermöglichen.
Das Konzept eignet sich vor allem für Gegenden, in denen reguläre Busse selten fahren, weil es zu wenige Fahrgäste gibt. Der ökologische Nutzen hängt jedoch davon ab, wie viele Menschen die Fahrten teilen.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
Grok Imagine veröffentlicht erste KI-Folge von „Odyssey“ auf X

Spanien führt Europa bei online erreichbaren Solaranlagen an

Touch-MacBook Pro im Praxistest: Erste Eindrücke aus Los Angeles

Zollreform: Ab November 2 Euro Gebühr pro Warenposition
Mehr aus: Auto
Alle anzeigen →Genesis GV90: Ingenieure sprechen offen über Fehlschläge bei Coach Doors

Peugeot 208 der dritten Generation: Das ist bisher bekannt

ICOMA tatamo!: Faltbares Roboter-E-Bike mit Gesicht und Zuhause
