KI-Transparenz-Index von Lucca: Allianz vorn, Aldi Nord hinten
Lucca hat 25 große deutsche Arbeitgeber untersucht: KI steckt oft in der Recruiting-Software, doch nur wenige sagen es offen. Allianz führt, Aldi Nord ist Schlusslicht.

Deutsche Unternehmen setzen bei der Bewerbungsprüfung zunehmend auf KI, informieren Jobsuchende aber nicht immer darüber. Das zeigt der neue KI-Transparenz-Index des HR-Softwareanbieters Lucca, der die 25 größten deutschen Arbeitgeber nach Mitarbeiterzahl untersucht hat.
Hintergrund ist die Bewerbungsflut: Mit KI lassen sich Anschreiben und Lebensläufe in kürzester Zeit erstellen, die Hürde für eine Bewerbung sinkt. Viele Personalabteilungen reagieren darauf inzwischen selbst mit KI.
Allianz vorn, Aldi Nord am Ende
Lucca bewertete vier Bereiche: die rechtliche Transparenz in den Datenschutzhinweisen für Bewerber:innen, die Offenheit zum KI-Einsatz im Bewerbungsablauf, die Transparenz zur eingesetzten Recruiting-Software sowie die unternehmensweite KI-Steuerung mit Richtlinien, Ethik-Kodizes und Geschäfts-, Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsberichten. Maximal waren 30 Punkte möglich.
Die Allianz erreichte mit 26 Punkten den Spitzenwert. Deutsche Telekom und SAP teilen sich mit je 20 Punkten Platz zwei. Siemens Energy folgt mit fünf Punkten auf dem vorletzten Rang, Aldi Nord bildet mit einem Punkt das Schlusslicht.
Laut Lucca nutzen 21 der 25 Unternehmen eine Bewerbungssoftware, die zumindest theoretisch KI-Funktionen unterstützt. Nur vier kommunizieren diese offen: Bayer, SAP, Allianz und Siemens. Bei den übrigen erfahren Bewerber:innen meist nur über die Datenschutzhinweise etwas zur KI-Nutzung.
Marek Kraus, Country Manager Germany bei Lucca, sagt: „KI ist in den Systemen vieler Unternehmen angekommen, wird für Bewerber:innen aber oft erst im Datenschutztext sichtbar.“ Mittelfristig solle der KI-Einsatz dort offengelegt werden, wo sich Bewerber:innen tatsächlich informieren.
Was Bewerber:innen tun können
Lucca rät, immer die Datenschutzhinweise zu lesen. Sie nennen die verarbeiteten personenbezogenen Daten. Begriffe wie „automatisierte Verarbeitung“ oder unscheinbare Formulierungen wie „Vorauswahl“ deuten auf KI hin.
Wer das früh erkennt, kann reagieren: Schlagworte und Anforderungen aus der Stellenausschreibung sollten gezielt in Lebenslauf und Anschreiben auftauchen, damit KI-Systeme sie schneller erfassen. Sinnvoll ist das laut Lucca aber nur, wenn die nötigen Qualifikationen tatsächlich vorhanden sind.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
PECOP: Fahrerloser Minibus auf Abruf nutzt 5G-Kameras

Sony stellt letzten UHD-Blu-ray-Player UBP-X700/K ein

Windows 11 Cloud Rebuild: Neuinstallation ohne USB-Stick

Android: „SMS of Death“ legt Smartphones ohne Klick lahm
Mehr aus: Wirtschaft
Alle anzeigen →
Jio Platforms: Gewinn im zweiten Quartal steigt um 13,7 Prozent

EDF Tempo: Heiligabend und Silvester künftig ohne rote Tage

Südkorea: Abgeordnete fordern Stromregeln für KI-Rechenzentren
