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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Südkorea: Abgeordnete fordern Stromregeln für KI-Rechenzentren

Ein südkoreanischer Abgeordneter verlangt neue Grundpreise und einen Grid Code für KI-Rechenzentren. Weitere Zahlen zeigen Kosten regionaler Tarife und unbeantwortete KI-Risikomeldungen.

Rows of servers inside an AI data center with power lines and a transmission tower in the background.
Bild: 미래를 보는 창 - 전자신문

Der Abgeordnete Eo Gi-gu von der Demokratischen Partei hat die südkoreanische Regierung aufgefordert, die Berechnung der Grundgebühr für Strom bei KI-Rechenzentren zu überarbeiten und so rasch wie möglich einen Grid Code zu erarbeiten, also die technischen Regeln für den Anschluss ans Stromnetz.

Eo verwies darauf, dass Rechenzentren ihren Stromverbrauch schrittweise steigern, sobald Server installiert und Kunden gewonnen sind. Deshalb solle eine Abrechnung auf Basis der anfänglichen Spitzenlast geprüft werden. Zudem müssten Betreiber ihre Betriebspläne einhalten, und die Verantwortung bei langfristig ungenutzter Kapazität müsse klar geregelt sein, damit sich niemand frühzeitig Netzkapazität sichert und die Kosten auf andere abwälzt. Beim Grid Code, den die Regierung noch in diesem Jahr vorbereiten will, fordert er Klarheit über Geltungsbereich, Starttermin und Übergangsfristen für bestehende Projekte, um die Investitionsunsicherheit zu verringern.

Regionaler Industriestromtarif belastet private Erzeuger

Eine weitere Analyse zeigt, was günstigere Industriestrompreise kosten könnten. Park Su-min von der People Power Party schätzt anhand von Daten der Korea Power Exchange, dass der geplante regionale Industriestromtarif die Jahreseinnahmen von 17 privaten Kraftwerksbetreibern außerhalb der Hauptstadtregion um rund 6,6 Milliarden Won senken würde. Finanziert wird die Entlastung, indem der Großhandelspreis dort um 10,6 Won pro kWh sinkt. Staatliche, mit dem Versorger KEPCO verbundene Erzeuger wären weniger betroffen, da niedrigere Einkaufskosten die entgangenen Verkaufserlöse ausgleichen. Park verlangt, die Lastenverteilung offenzulegen und Übergangsregeln für bestehende Betreiber zu schaffen.

Kaum Antworten auf Meldungen zu KI-Risiken

Auch eine staatliche Plattform zur Meldung von Risiken generativer KI, etwa offengelegter personenbezogener Daten oder Medikamentenmissbrauch, steht in der Kritik. Laut Daten der Medien- und Kommunikationsbehörde an den Abgeordneten Han Jun-ho gingen von Januar bis September 387 Meldungen ein. Von den 218 an Unternehmen weitergeleiteten kamen nur 53 Antworten zurück, eine Quote von 24,3 Prozent. 165 Fälle (75,7 Prozent) blieben unbeantwortet. Han forderte, die Meldungen auszuwerten und für Serviceverbesserungen und Nutzerschutz zu verwenden.

Die Vorstöße zeigen, dass sich Südkoreas Politik den praktischen Fragen des KI-Booms zuwendet: Wer zahlt den Strom, wie wird Netzzugang verteilt und reagieren Unternehmen, wenn Nutzer Probleme melden?

Schlagwörter:south koreaai data centersgrid codeelectricity tariffsgenerative airegulation

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